Pass XOno Nachbau

letzte Bearbeitung :  19.08.2013

 

Pass XOno MC/MM-Vorvorverstärker

 

!!! Leiterplatten verfügbar !!!

 

Inhaltsverzeichnis

 

Einleitung

Die hervorragenden Ergebnisse die ich mit dem Aleph P Nachbau erzielt habe, bewogen mich dazu über eine komplett symmetrische Audio Kette nachzudenken. Da der Ausgangspegel meines Vorvorverstärkers (Übertrager und Vorvorverstärker von M. Cotter) sehr gering ist und ich den Aleph P bis fast auf maximales Volume und Gain einstellen mußte um normalen Abhörpegel zu erreichen, habe ich mich dazu entschlossen auch einen Pass Ono / XOno aufzubauen. Natürlich haben mir die positiven Erfahrungsberichte verschiedener Nachbauprojekte und die hervorragenden Tests diverser HiFi Magazine diesen Entschluß leicht werden lassen. Allerdings fällt es mir schwer meine M. Cotter Kombination in den Ruhestand zu schicken. Auf jeden Fall werde ich auch Versuche mit einer Kombination aus Cotter Übertrager mit dem Pass Ono MM-Eingang durchführen.

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Schaltung des Pass XOno (Rev. 0)

Es wurden von mir keine wesentlichen eigenen Änderungen an der Schaltung des Vorvorverstärkers vorgenommen. In einer Diskussion auf diyAudio sind die Unterschiede zwischen dem Ono und XOno Design aufgelistet. Das Mitglied t024484 schrieb dort am 17.03.2005 :

XONO / ONO

In the very first mail of this thread, KDT asked what the differences are between the ONO and the XONO. Here it is

  1. Each channel has now its own set of power supply regulators by means of two times 7815 giving +/- 30Volt instead of one single regulator with MosFets for both channels
  2. Power Cap's on the +/- 30Volt lines have been increased from 1000uF to 3300uF//150nF
  3. C10 has been changed from 10uF into 220uF//47nF
  4. C1 and C41, both 220uF, have been changed to one single 1000 uF
  5. on the unregulated side the four 1000uf Cap's have been replaced by four 10.000uF Cap's
  6. C16 330pF, connected to Q14, has been deleted

That's it

Diese Änderungen sind mit in die hier beschriebenen Schaltungen eingeflossen.

Ich habe die 2SC1844 und die 2SA991 des originalen Schaltplanes durch BC550C und BC560C ersetzt. Der Schaltplan erstreckt sich über zwei Blätter (A4 und A3) und zeigt die Moving Coil Verstärkerstufe und den Moving Magnet Verstärker inkl. symmetrischer Ausgangsstufe. Das Muting Relais befindet sich nicht auf dem Board - ansonsten hätte ich noch die ungeregelte Betriebsspannung zuführen müssen.

Aufgrund der hervorragenden Ergebnisse mit den WIMA MKP4 Koppelkondensatoren in meinem Aleph P Nachbau habe ich auch hier entsprechende Typen für C7, C9 und C38 (10μF/160V) eingesetzt. Bei dem verwendeten Doppel-FET Q5 handelt es sich um einen BL-Typ (2SK389BL). Die vier 2SK170 FET's am Eingang der MC-Stufe (Q10…Q13) müssen selektiert werden (IDSS ≈ 2mA). Informationen darüber sind in den Threads 13981, 10326 und 60297 zu finden. Für die 220μF Koppelkondensatoren (C10, C19 und C37) habe ich 35V Panasonic FC Typen eingesetzt (entsprechend spannungsfeste Kondensatoren habe ich bei Black Gate nicht gefunden). Parallel zu diesen Elektrolytkondensatoren sind 47nF MKP4 Polypropylenkondensatoren geschaltet. Alle Widerstände sind 1%ige Metallfilmer und wurden unselektiert (bis auf wenige Ausnahmen) in die Schaltung eingebaut. In dem Netzwerk zur RIAA Entzerrung verwende ich 1% Glimmer Kondensatoren (C4 und C5) und einen ausgemessenen MKP4 Kondensator (C6).

Am Eingang des Moving Magnet Verstärkers sind zusätzlich zu den schaltbaren Kondensatoren und Widerständen ein steckbarer Kondensator Cx und ein ebenfalls steckbarer Widerstand Rx vorhanden. Als Steckfassungen habe ich die Pins einer 8-poligen IC-Präzisionsfassung verwendet.

Das Photo zeigt einen Kanal meines Pass XOno Vorvorverstärkers.

Pass XOno MC/MM-Vorvorverstärker Board

Pass XOno Rev. 0

In der Stückliste sind Dale Widerstände aufgelistet. Sie werden längerfristig in einer entgültigen Version (kleinere Änderungen am Layout) von mir eingesetzt werden. Im hier beschriebenen Prototypen verwende ich noch die billigeren Metallfilmwiderstände (1%, 0.4W).

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Betriebsspannungsversorgung (Rev. 0)

Auch wenn ich keine Schaltpläne der Betriebsspannungsversorgung des Pass XOno zur Verfügung habe, so wird aus der Diskussion auf diyAudio eigentlich ziemlich klar wie das Netzteil aussehen muß (siehe oben). Abweichend von der im Pass Ono verwendeten Regelung mit einem MOSFET werden hier integrierte Festspannungsregler vom Typ 7815/7915 verwendet. Diese werden allerdings mit einem Spannungsteiler auf eine höhere Ausgangsspannung gelegt. Im hier beschriebenen Design verwende ich die meiner Meinung nach besseren variablen Spannungsregler LM317/LM337. Diese Regler sollten immer einen Laststrom von mindestens 30mA haben (hier durch R2 und R3 erzwungen) um in ihrem optimalen Regelbereich zu arbeiten (siehe TNT-Audio).

Ich verwende bei einer symmetrischen Betriebsspannungsversorgung für beide Spannungen (positive und negative) immer einen eigenen Brückengleichrichter und erhalte damit zwei Vollwellengleichrichter (der zusätzliche Kostenfaktor hält sich doch sehr in Grenzen). Die 10000μF Kondensatoren in beiden Betriebsspannungszweigen sind in einer CRC Kombination zusammengeschaltet und eliminieren so an dieser Stelle schon deutlich den AC-Anteil der beiden Spannungen. Die Ausgangsklemme verfügt über zwei Ground Abgänge. Der zweite ist zur Ankopplung der Masse an die Erde des Systems (über antiparallel geschaltete Dioden - auch hier wieder ein Brückengleichrichter - und einem 5,6Ω/5W Widerstand) gedacht. An einer zusätzlichen Lüsterklemme läßt sich die ungeregelte Spannung abgreifen, hiermit können LED's und das Muting Relais versorgt werden.

Pass XOno Power Supply

Power Supply mit Regelung

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Prototyp

Den Prototypen habe ich wie immer als Brettschaltung aufgebaut. Bei der ersten Inbetriebnahme wurden nur die beiden Pass XOno Boards, zwei Power Supplies und zwei Standard Ringkerntransformatoren (2×30V, 50VA) verwendet. Auf der rechten Seite sieht man die beiden Ringkerntransformatoren und die Netzteile. Links sind die beiden XOno Platinen zu sehen. Die Audio Eingänge befinden sich hinten und sind mit RG174 an die beiden Cinch-Buchsen verdrahtet. Vorn sind die XLR-Ausgangsbuchsen.

Pass Ono Prototyp

erster funktionsfähiger Prototyp des Pass XOno Nachbaus

Anschließend hinzugekommen ist die Anbindung der Audio Massen an die Erde (über einen Brückengleichrichter - zwei antiparallel geschaltete Dioden pro Kanal - und zwei 5,6Ω / 5W Widerstände).

Zu dem Zeitpunkt betreibe ich den XOno mit einem Thorens TD126 MKIII / SME Serie III / Benz Micro ACE L2. Da ich das Benz mit der Inbetriebnahme des XOno's neu eingesetzt habe (mein altes Denon hatte ich unfreiwilligerweise zerstört) kann ich keine Aussage über den XOno allein treffen. Allerdings ist die Kette wirklich beeindruckend und ich höre alle meine Schallplatten (mehr als 250 Stück, vorwiegend Jazz) wie zum ersten Mal. Der Bau des XOno lohnt sich meiner Meinung nach auf jeden Fall und ist sicherlich ein Gewinn in fast jeder Audio Kette.

Neben den audiophilen Eigenschaften ist aber auch die Rauscharmut des XOno's wirklich bemerkenswert. Ich betreibe das Benz ACE L2 mit einem Eingangswiderstand von 499Ω und eine um -4dB geringere Verstärkung (JP1 gesteckt) in der MC Stufe. Wenn man keine Schallplatte aufgelegt hat herrscht fast absolute Stille selbst bei voll aufgedrehtem Volume Regler am Aleph P.

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Rev. 2 - Preamp & Power Supply

Nach der erfolgreichen Inbetriebnahme habe ich kleiner Änderungen am Layout - in einer Revision 1 - vorgenommen. Während der ganzen Zeit in der ich mit dem Prototyp gelebt habe, habe ich über die Aufteilung der Elektronik nachgedacht und bin letztendlich zu dem Schluß gekommen ein größeres Redesign durchzuführen und erst für diesen Aufbau ein Gehäuse zu bauen. Die folgenden Änderungen habe ich dabei vorgenommen :

Da ich vor habe das Netzteilgehäuse in einem etwas größeren Abstand vom Audio Gehäuse aufzustellen, hat mir die Vorstellung nicht behagt über die dafür nötige etwas längere externe Kabelverbindung die geregelten Betriebsspannungen zuzuführen. Mit der Aufteilung der Elektronik in der Rev. 2 sind es nur noch die ungeregelten DC-Spannungen.

Im Thread 10326 gibt es einen sehr interessanten Hinweis wie man auf einfache Weise durch Abgleich der Arbeitspunkte der beiden Ausgangsstufen auf die Koppelkondensatoren am Ausgang verzichten kann. Dort schrieb das Mitglied Peter Daniel am 22.03.2003 :

You are aware, that you don't have to use 10u output capacitor (C7). Just increase the value of R4 (collector of Q1) and place a trimpot in parallel with R4. You'll be able to adjust the output offset to 0V and it will stay that way. That setup worked succesfuly in my Ono for many years.

und als Antwort und weitere Ergänzung das Mitglied rljones am 06.08.2003 :

Thanks, Peter, your boards are very nice. I finished them up this weekend.

****

I tried Peter Daniel's suggestion of changing R4 to a larger value and bypassing it with a 5K potentiometer. It works well, and does allow the removal (jumpering) of C7. Thanks, Peter.

In an effort to remove the remaining caps, I also did the same with R59 on the inverter differential, using 1k5 instead of 475R for R59 (placing this on the bottom of the board) and again bypassing with a 5K potentiometer (placing this on the top component side).

This mod allows removal (jumper) of C38 and C9. Now the only signal path cap is between the MC and the MM sections (which cannot be easily avoided due to the single ended power supply for the MC section).

To set the DC offset, it seems best to first adjust R25/P, then adjust the new R4 pot, and finally, the new R59 pot. DC on each output leg now varies between +/- 10 mV.

Ich habe diesen Vorschlag durch das hinzufügen der beiden Potentiometer R4a und R59a in der Schaltung berücksichtigt. Es können somit beide Versionen - mit und ohne Ausgangskondensatoren - mit dem Board verwirklicht werden.

An der Audio Schaltung wurden von mir ansonsten keine weiteren Änderungen vorgenommen (nur ein paar kosmetische Korrekturen am Layout). Wie oben schon erwähnt ist ein Teil der Betriebsspannungsversorgung (LM317/337 Spannungsregler mit Ein- und Ausgangskondensatoren) mit auf die Platine gekommen. Auch ist zusätzlicher Platz für die drei 10μF Koppelkondensatoren auf der Platine geschaffen worden, es können nun die Wima's aber auch Black-Gate oder Mundorf Kondensatoren eingesetzt werden. Auch haben diese 3 Kondensatoren zusätzlich kleine Parallelkondensatoren bekommen - ich habe über sehr gute Erfahrungen bei der Verwendung von Vishay MKP1837 auf dem Netz gelesen. Als letztes sind noch die 3 Jumper JP3, JP4 und JP5 hinzugekommen, mit Ihnen kann man (wie oben beschrieben) die Ausgangskondensatoren überbrücken. Außerdem habe ich noch 3 Testpunkte auf das Board gesetzt - TP1 ist die Masse und zwischen TP2 und TP3 läßt sich die aktuelle Spannung am Widerstand R28 (Sollwert: UR28 = 0.35V) messen.

Eingesetzt habe ich letztendlich preisgünstige Mundorf Kondensatoren - ich war einfach neugierig ob sich ein Unterschied zu den Wima's erhören läßt. Allerdings wollte ich nicht allzu viel Geld investieren da ja diese Kondensatoren nach Abgleich der Arbeitspunkte überbrückt werde. Weiterhin sind die Bipolartransistoren Q1 und Q2 von mir selektiert worden. Eine Änderung gegenüber der ursprünglichen Schaltung (siehe oben) ist auch im Eingang der MC Stufe erfolgt - ursprünglich hatte ich 2SK170BL für Q10...Q13 und Q15 verwendet, nun setzte ich korrekter Weise die GR Typen ein (niedrigeres IDSS0).

Pass XOno MC/MM-Vorvorverstärker Board

Pass XOno Rev. 2

Das Netzteil hat sich im Grunde nicht geändert. Geblieben ist die CRC Filterung aus 10000μF Kondensatoren und 3.3Ω Widerständen. Die Brückengleichrichter sind jedoch jeweils durch vier HFA08TB60 (Ultrafast, Soft Recovery Dioden) ersetzt worden. Beide Kanäle mit Anbindung der Massen an Erde, sowie eine DC Filterung der Netzspannung, befinden sich nun auf einem Board.

Pass XOno Power Supply

Power Supply Rev. 2

Beim Betrieb des Prototypen hat sich gezeigt das sich ein stabiler Arbeitspunkt der Schaltung erst nach mehr als 45 Minuten einstellt (siehe auch den Artikel über die XOno im LP Magazin 03/2006 Seite 18). Aus diesem Grund lasse ich den XOno immer am Netz und eine Muting Schaltung zur Geräuschunterdrückung beim zuschalten der Betriebsspannung ist somit überflüssig. Folgerichtig gibt es in meinem XOno Vorvorverstärker kein Kurzschlußrelais am Ausgang.

funktionsfähiger Prototyp der Rev. 2 des Pass XOno Nachbaus

funktionsfähiger Prototyp der Rev. 2 des Pass XOno Nachbaus

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Gehäuse

Die beiden Audio Platinen habe ich in das Gehäuse ALG 36-44-30 von Thel Audio-World eingebaut. Front und Rückseite dieses Gehäuses wurden bei der Schaeffer AG gefräst und beschriftet. Zur Innenverdrahtung der Audio Signale kommt das Van den Hul D101 Einzelkabel zum Einsatz. Als Cinch Einbaubuchsen habe ich für den MC Eingang die WBT 0210 AG Nextgen und für den MM Eingang die WBT 0210 CU Nextgen verwendet. Am Ausgang sitzen natürlich wieder XLR Buchsen von Neutrik. Die DC-Versorgung wird über einen 7 poligen Industriestecker von Hirschmann zugeführt.

Da ich in der Zwischenzeit (der Prototyp existiert ja mittlerweile mehr als 1½ Jahre) mit dem Design meines VV4 Vorverstärkers angefangen habe, ist der Ono ein Teil dessen Konzeptes geworden und das Gehäuse ist auf diesen Vorverstärker abgestimmt – das heißt das die ungeregelten Betriebsspannungsversorgung nun aus der Versorgung der VV4 Control Unit zugeführt wird.

Pass XOno Rev. 2 im Gehäuse

Pass XOno Rev. 2 im Gehäuse

Pass XOno Rev. 2 in der Rückansicht

Pass XOno Rev. 2 in der Rückansicht

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Abgleich der Arbeitspunkte

Als erstes habe ich die beiden zusätzlichen Potentiometer (R4a und R59a) so eingemessen das die ursprünglichen Widerstandswerte der originalen Schaltung eingestellt waren.

R4 || R4a = 4.02kΩ      R59 || R59a = 475Ω

Die Jumper JP3, JP4 und JP5 sind dabei nicht gesteckt.

Um einen annähernd korrekten Arbeitspunkt zu erzielen habe ich die Elektronik direkt bei der ersten Inbetriebnahme abgeglichen. Hierbei wird die Spannung zwischen den Testpunkten TP2 und TP3 gemessen und mit R25 auf 350mV eingestellt. Anschließend überließ ich die Elektronik mehr als einen Tag sich selbst. Alle Halbleiter waren somit aufgewärmt und alle Spannungen und Ströme hatten einen stabilen Endwert erreicht. Dann habe ich diesen erneut abgeglichen und einen sehr stabilen Arbeitspunkt erhalten (siehe unten).

Mit R4a wird der positive Ausgang (Knotenpunkt der Widerstände R9, R27, R28 und R28a) zwischen TP3 und TP1 auf 0V abgeglichen. Liegen nach dem Abgleich hier stabil 0V an, kann der Ausgangskondensator C7 mit Hilfe des Jumpers JP3 überbrückt werden.

Der Arbeitspunkt des negativen Ausgangs (Knotenpunkt von R13, R62, R65 und dem Drain von Q19) wird mit Hilfe von R59a abgeglichen. Hierbei wird die Spannung zwischen der Kühlfahne von Q19 und dem Testpunkt TP1 gemessen und auf 0V eingestellt. Nach dem Abgleich können der Ausgangskondensator C9 und der Koppelkondensator C38 mit Hilfe der Jumper JP4 und JP5 überbrückt werden.

Ich kann die beiden Ausgänge bei meinen Boards nur im Bereich ±120mV abgleichen. Genauer geht es wegen thermischer Instabilitäten nicht.

Erfahrungsberichte anderer XOno Besitzer – auch mit anderen Boards – zeigen das gleiche Verhalten.

Ich empfehle den Betrieb der XOno in der originalen Bestückung mit Koppelkondensatoren und betreibe das Board selbst auch seit ein paar Jahren in dieser Konstellation.

In der folgenden Tabelle sind die relevanten Arbeitspunkte meiner beiden XOno Boards aufgelistet.

Arbeitspunkte
  linker Kanal rechter Kanal Bemerkung
UR28 349.9 mV 350.2 mV R25 (OP1)
UOff+ ±120 mV ±120 mV Offset am pos. Ausgang, R4a (OP2)
UOff- ±120 mV ±120 mV Offset am neg. Ausgang, R59a (OP3)
UR45 74.7 mV 77.3 mV IQ10 = 3.40 mA / 3.51 mA
UR46 76.5 mV 79.4 mV IQ11 = 3.48 mA / 3.61 mA
UR47 76.0 mV 81.4 mV IQ12 = 3.45 mA / 3.70 mA
UR48 76.9 mV 80.6 mV IQ13 = 3.50 mA / 3.66 mA

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Hinweise und Änderungen

Im folgenden findet man ein paar Tipps und auch eine Änderung für den Aufbau der XOno. Sie sind das Ergebnis der Erfahrungen und Rückmeldungen die ich über die Jahre gesammelt habe.

Ersatz für die JFET's

Es wird immer schwieriger JFET's für die XOno zu besorgen. In der Regel wird man nur noch bei ebay oder vergleichbaren Plattformen fündig. Aber ganz hoffnungslos ist die aktuelle Situation nicht und in der nachfolgenden Liste findet man Ersatztypen bei denen man keine Kompromisse eingeht. Übrigens läßt sich für Q15 auch ohne weiteres ein BL-Typ einsetzen.

Bauteil Original Ersatz Hersteller
Q10...Q13, Q15 2SK170GR 2SK370GR Toshiba
LSK170A Linear Systems
Q15 2SK170BL 2SK370BL Toshiba
LSK170B Linear Systems
Q5 2SK389BL 2× 2SK170BL Toshiba
2× 2SK370BL Toshiba
2× LSK170B Linear Systems
2SK2145 Toshiba
LSK389B Linear Systems

Toshiba hat die Produktion von Low Noise JFET's eingestellt und so bekommt man die oben gelisteten Ersatztypen von Toshiba auch nicht mehr so einfach. Allerdings erhöht sich natürlich die Chance passende JFET's zu bekommen wenn man eine größere Vielfalt einsetzen kann. Natürlich muß man beim Ersatz des Doppel-JFET's durch Einzeltransistoren diese matchen.

Ich habe nun schon des öfteren von gefakten 2SK389BL berichtet bekommen und rate deshalb davon ab sich welche aus dubiosen Quellen zu besorgen. Als Ersatz bieten sich zwei gematchte 2SK170BL an. Wie man diese in die Leiterplatte einsetzen muß sieht man im nachfolgenden Bild.

2× 2SK170BL als Ersatz für einen 2SK389BL

2× 2SK170BL als Ersatz für einen 2SK389BL

D5 LED Referenzspannung

In dem Thread Help wanted,aleph (cl) ono problem auf diyaudio.com bin ich zum ersten mal auf ein Problem meines XOno Nachbaus aufmerksam geworden. Kurz darauf hat sich ein DIYer gemeldet der das gleiche Problem beschrieb und nach ein paar E-Mails zwischen uns auch wieder in den Griff bekommen hat. An dieser Stelle möchte ich das Problem und mögliche Lösungen beschreiben.

Die beiden Stromquellen mit Q16 und Q17 haben als gemeinsame Referenzspannungsquelle die Leuchtdiode D5. Diese LED bekommt ihre Betriebsspannung über den 6,8kΩ Widerstand R5. Berechnet man sich einmal die Verlustleistung dieses Widerstandes so ergibt sich

PR5 = (60V - ULED)2 / R5 = (60V - 1,8V)2 / 6,8kΩ ≈ 500mW

Diese Verlustleistung kann je nach eingesetztem Widerstandstyp zu groß sein.

Es wurde auch von einer instabilen Spannung über der Leuchtdiode nach einer gewissen Aufwärmzeit berichtet. Auch das hängt davon ab wie hoch der maximal mögliche Strom der eingesetzten Diode sein darf. Der LED-Strom liegt in meinem Nachbau bei ID5 ≈ 8mA.

Die einfachste Lösung für beide Probleme ist es nun den Widerstandswert von R5 auf 15kΩ zu erhöhen. Dies vermindert die Verlustleistung des Widerstandes und verringert gleichzeitig den Strom durch die Leuchtdiode (ID5 ≈ 4mA und PR5 ≈ 230mW).

Eine zweite Möglichkeit ist es die Schaltung aus der Pearl II zu übernehmen. Hierbei liegt R5 nicht an der positiven Betriebsspannung sondern an Masse. Der Wert des Widerstandes beträgt dort 4,75kΩ. Damit erhält man einen LED-Strom von ID5 ≈ 6mA und eine Verlustleistung von PR5 ≈ 170mW. Diese Lösung erfordert jedoch eine geringfügige Umverdrahtung der Schaltung.

Stromquellen Q16 und Q17

Im Schaltplan ist eine Spannung von 1V über den Widerständen R53 und R67 der beiden Stromquellen, gebildet durch die Bipolartransistoren Q16 und Q17, angegeben. Hiermit ergibt sich ein Strom von I = 2,1mA für die Stromquelle Q16 und I = 6,7mA für die von Q17.

Die Spannung an den Widerständen wird bestimmt durch

UR = UD5 - UBE

Hat man nun eine LED Spannung von z.B. 1,8V so ergeben sich mehr als 1V Spannung an den Widerständen. Es gibt nun zwei Möglichkeiten die Stromquellen auf den originalen Wert einzustellen:

Ich führe hier einmal den Weg der zweiten Lösung für beide Stromquellen vor.

Gehen wir einmal von einer Spannung an den Widerständen von 1,2V aus. Hiermit berechnet sich der Strom zu IQ16 = 2,5mA und IQ17 = 8mA mit der originalen Bestückung der Widerstände. Insbesondere die Abweichung der zweiten Stromquelle ist erheblich. Um nun den Strom auf den von Nelson Pass vorgegebenen Wert einzustellen müssen die Widerstandswerte von R53 und R67 angepaßt werden.

R53 = 1,2V / 6,7mA ≈ 180Ω

R67 = 1,2V / 2,1mA ≈ 560Ω

Man sieht hiermit sehr schön das man keine langwierigen Reihenmessungen an Leuchtdioden vornehmen muß und man durch eine einfache Messung der tatsächlichen Spannung und Anpassung der Widerstandswerte viel schneller – und billiger – das gleiche Ziel erreicht.

Ergänzung:
Beim Aufbau der XOno Leiterplatten für meinen VV5 Vorverstärker habe ich Leuchtdioden von Reichelt (Bestellnr. LED 3MM ST RT) eingesetzt und die Widerstände R53 und R67 erst einmal mit den Standardwerten bestückt. Bei der ersten Inbetriebnahme lagen die Spannungen über beiden Widerstände, auf beiden Boards gemessen, konstant bei 1,3V. Hieraus ergeben sich die folgenden Werte für die Bestückung:

R53 = 1,3V / 6,7mA ≈ 195Ω = 390Ω || 390Ω

R67 = 1,3V / 2,1mA ≈ 619Ω ≈ 680Ω || 6,8kΩ

Will man keine Parallelschaltung von Widerständen so sind die E96 Werte R53=200Ω und R67=620Ω hinreichend genau.

Einstellung von R25

Vor der ersten Inbetriebnahme sollte der Trimmer R25 auf einen halbwegs vernünftigen Wert eingestellt werden. Ansonsten kann es vorkommen das der Strom in der Ausgangsstufe so hoch ist das einer der 33Ω Widerstände verbrennt. Bei mir hat sich ein Wert von

R25 || R25P ≈ 900Ω

in der Schaltung gemessen als guter Startwert bewährt.

LM317/337 Spannungsregler

Ich bekomme immer wieder die Anfrage wie denn die beiden Spannungsregler IC100 und IC101 vor der ersten Inbetriebnahme einzustellen sind. Hierzu erst einmal ein wenig Mathematik wie sie auch in den Datenblättern der beiden Spannungsregler zu finden ist. Da für beide Regler die gleichen Aussagen gelten, beziehe ich mich im Folgenden nur auf den positiven Spannungsregler LM317 (IC100).

Die Ausgangsspannung für IC100 berechnet sich aus

Ua = Uref · (1 + P100 / R100) + IAdj · P100

Da IAdj relativ klein ist kann der zweiten Term vernachlässigen werden. Der Wert für Uref = 1,25V findet sich im Datenblatt. Um auf der sicheren Seite zu sein sollte man die Ausgangsspannung kleiner als die gewünschte Betriebsspannung einstellen und bei der Inbetriebnahme auf die korrekte Spannung abgleichen. Für eine Ausgangsspannung von z.B. 25V muß das Potentiometer P100 auf den folgenden Wert eingestellt werden :

P100 = (Ua / Uref - 1) · R100 ≈ 5,1kΩ

Für den Spannungsregler IC101 gilt das entsprechende. Stellt man nun beide Potentiometer (P100 und P101) auf einen Wert von ca. 5kΩ ein – was bei einem Gesamtwert von 10kΩ einfach nur Mittelstellung bedeutet – so erhält man eine Ausgangsspannung um die ±25V.

Widerstände und Koppelkondensatoren

Obwohl ich die ursprüngliche XOno im VV4 mit Dale Widerständen aufgebaut habe würde ich heute keine Empfehlung mehr für eine solche Bestückung aussprechen. Den kompletten VV5 habe ich mit normalen Metallfilwiderständen aufgebaut. Das gesparte Geld sollte man besser in die Koppelkondensatoren stecken. Aus eigener Erfahrung kann ich die Obbligato Gold Premium sehr empfehlen. Auch die Clarity Caps ESA 250V sollen sehr gute Ergebnisse bringen.

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Leiterplatte des XOno Rev. 2a

Ich habe sehr viele Anfragen nach Leiterplatten erhalten und so habe ich mich entschlossen für die Revision 2 professionelle Boards fertigen zu lassen. Die Rev. 2a unterscheidet sich von der Rev. 2 nur noch in einigen kleineren kosmetischen Korrekturen am Layout.

Die Boards haben die folgenden Eigenschaften:

Bitte denkt daran das ich das Ganze als Hobby betreibe, für die Bereitstellung der PCB's finanziell in Vorleistung treten muß, somit das ganze Risiko übernehme und letztendlich natürlich auch nur kleine Stückzahlen fertigen lassen kann – die Boards sind keine Schnäppchen, wenn man sich aber mal die Preise bei PCB-Pool anschaut (ein XOno Audio Board würde 117,80EUR kosten – Stand 14.08.07), sind meine Boards doch ehr günstig.

Pass XOno Board Rev. 2a

Pass XOno Rev. 2a Audio Board (Abmessung: 250mm × 150mm)

Pass XOno Power Supply Board Rev. 2a

Pass XOno Rev. 2a Power Supply Board (Abmessungen: 221mm × 135mm)

Wer Interesse daran hat kann sich via EMail bei mir melden.

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www.rstaudio.de