Einbau des Tonabnehmers in den Tonarm

10.06.2026

Dies ist sicherlich eine der heikelsten Arbeiten am Tonarm-/Tonabnehmer-System. Das gilt insbesondere, wenn der Tonabnehmer, wie das Colibri, über keinen Nadelschutz verfügt. Man muss äußerst vorsichtig sein und einen Tag wählen, an dem man möglichst ruhige Hände hat. Wenn man den Nadelträger bei den Arbeiten beschädigt, wird es teuer!

Hilfsmittel

  • kräftige Pinzette oder kleine Spitzzange
  • kleiner Schraubenzieher oder Inbusschlüssel
  • optional einen kleinen Drehmomentenschlüssel
  • Montagematerial für den Tonabnehmer (Schrauben, Muttern, Unterlegscheiben)
  • Lupenleuchte
  • Zahnstocher

Die meisten Hersteller verwenden M2,5-Schrauben für die Befestigung. Es werden allerdings auch andere Gewindemaße, beispielsweise M2, genutzt. Die Schrauben und Muttern sollten nicht magnetisch sein! Wir empfehlen die Verwendung einer DIN-912 A4-Schraube mit Innensechskant.

Zu den Anzugsmomenten gibt es keine verlässlichen Angaben. Anfragen bei den Herstellern führen in der Regel zu keinen konkreten Werten. Auf jeden Fall muss man darauf achten, das Anzugsmoment dem Material anzupassen. Letztendlich lautet die Devise: „Nicht zu lose, aber auch nicht zu fest.“

Wir ziehen unsere Schrauben mit X Nm an. Dazu verwenden wir einen Drehmomentenschlüssel der Marke XXX. Allerdings sind so kleine Drehmomente sehr schwer zu messen, weshalb fraglich ist, ob der eingestellte Wert exakt ist und über die Zeit reproduzierbar bleibt. Ich weiß aus sicherer Quelle, dass Drehmomentenschlüssel namhafter deutscher Hersteller in diesem Momentenbereich mindestens alle zwei Monate kalibriert werden müssen. Es ist allerdings besser, irgendein Werkzeug zu nutzen, als sich nur auf sein Gefühl zu verlassen.

Bild unseres Drehmomentenschlüssels

Für mich ist es ein größeres Problem, den Tonabnehmer in der Headshell gerade auszurichten. Es gibt Tonarme, die dafür Einstelllehren mitliefern, die eine große Hilfe sind (zum Beispiel von Graham). In der Regel muss man sich jedoch auf sein Augenmaß verlassen. Das ist etwas, das ich persönlich überhaupt nicht mag, und leider sind meine Augen in all den Jahren auch nicht besser geworden. Für mich bleibt diese Montage/Einstellung immer mit einem Rest an Unsicherheit verbunden. Allerdings hilft es mir ungemein, unter einer Lupenlampe zu arbeiten.

Beim 12″-Mørch wird empfohlen, die Nadelspitze am Ende der Headshell auszurichten. Dazu verschiebt man den Tonabnehmer, während die Schrauben noch locker angezogen sind, auf der Headshell, bis sich die Nadelspitze am vorgegebenen Punkt befindet und das System gerade ausgerichtet ist. Anschließend werden die Schrauben festgezogen. Damit hat man beim Mørch schon eine gute (vorläufige) Position für den Überhang gefunden.

Nachdem der Tonabnehmer verschraubt wurde, muss er noch angeschlossen werden. Auf der Rückseite des Systems befinden sich vier Kontaktstifte, die mit den Kabelschuhen der Tonarm-Verkabelung verbunden werden müssen.

Foto es Colibri von hinten auf die Kontaktstifte

In der Regel sind die Kontaktstifte am Tonabnehmer sowie die Kabelschuhe am Tonarm farblich markiert. In Einzelfällen ist das jedoch nicht der Fall. Dann bleibt nur, in den Handbüchern nachzuschlagen. Es muss aber in jedem Fall eine Form der Markierung geben.

Sind die Kabelschuhe

  • zu eng: werden sie vorsichtig aufgeweitet (z.B. mit einem Zahnstocher)
  • zu weit: werden sie mit einer kleiner Spitzzange oder großer Pinzette vorsichtig zusammengedrückt

Die Kontakte müssen sauber und fettfrei sein. Zur Reinigung eignet sich ein in Alkohol getränktes Wattestäbchen. Am besten montiert man die Verbindungslitzen mit einer kräftigen Pinzette oder einer kleinen Spitzzange.