VV7 / 10-Kanal Vorverstärker

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

09. Dezember 2021

Im Jahr 2016/17 baute ich für meinen Freund Heiner einen 12-Kanal Vorverstärker. Zu diesem Zeitpunkt betrieb er bereits seit vielen Jahren eine Anlagentopologie, die ich seit Anfang 2021 ebenfalls nutze. Im Mittelpunkt unserer Anlagen steht jeweils ein Mehrkanal A/D & D/A Wandler und ein PC, auf dem eine Faltungssoftware läuft. Bei einer solchen Topologie ist es sinnvoll, die Volume-Einstellung und somit den eigentlichen Vorverstärker erst hinter dem Wandler zu betreiben. Die analogen Quellen werden an den Wandler angeschlossen, während die digitalen Quellen ihr Signal direkt in den Faltungs-PC speisen. Die Quellen schaltet man dann direkt am PC, in der Regel mit einem Tablet. Eine solche Topologie verhindert, dass bei kleiner Lautstärke die A/D Wandler mit den analogen Quellen zu gering ausgesteuert werden und somit Auflösung verloren geht. Zudem erspart sie bei den digitalen Quellen eine zusätzliche D/A- und A/D Wandlung.

Im Gegensatz zum VV6 sollte mein Vorverstärker jedoch mit verschiedenen Verstärkerstufen ausgestattet werden. Für die Signalverarbeitung der Quads ist weiterhin die XC-22A Line-Stufe verantwortlich. Im Bass- und Höhenbereich ist es eine Stufe, in deren Zentrum ein OPA1632 arbeitet. Alles in allem handelt es sich um einen 2/10-Kanal-Vorverstärker mit jeweils fünf Line-Stufen pro Audiokanal.

  • 2x XC-22A für die Stacked Quads
  • 3x OPA1632 Line Preamp im Hoch- & Tiefton (Mundorf Air Motion Transformer, RiPol, …)

Hinzu kommt außerdem eine Phono-Vorstufe, die auf meiner DPV1 basiert.

Alle Einheiten verfügen über eine gemeinsame Steuerung mit einem Mikrocontroller. Das Controller-Board sitzt zusammen mit der ungeregelten Betriebsspannung für die Phono-Module in einem Gehäuse. Die Line-Stufen haben ihre eigene Spannungsversorgung. Der komplette Vorverstärker ist in fünf Gehäusen untergebracht.

Seit einiger Zeit steht mir ein GW Instek LCR-6020 zur Verfügung (vielen Dank, Guido!). Mit diesem wunderbaren Messgerät habe ich die passiven Bauteile, die einen Einfluss auf den Verstärkungsfaktor oder den Amplitudengang (Frequenz und/oder Phase) haben, mit einer Genauigkeit von ±0,1% des Nominalwerts abgeglichen. Das ist ein extrem hoher Aufwand, der sich kommerziell auf keinen Fall rechnen würde. Dadurch sollten Abweichungen zwischen den Kanälen nicht mehr messbar sein, zumal ich auch die Halbleiter aufeinander abstimme.

Ich besitze einen großen Fundus an 2SK170/2SJ74, die ich alle vor Jahren mit einem Peak Atlas DCA75 Pro vermessen habe. In der Zwischenzeit lernte ich jedoch, dass die Ergebnisse der JFET-Messung dieses Messgeräts in der endgültigen Schaltung nicht überzeugen. Es fließt bei der Messung einfach ein zu geringer Strom. Deshalb vermesse ich alle JFETs mit der Messvorrichtung für die JFETs der XOno 2019 neu. Dabei kam natürlich auch mein wesentlich hochwertigeres Agilent 34401A Tischmultimeter zum Einsatz.

Mit jedem Projekt lerne ich hinzu, sodass meine Geräte sowohl technisch als auch in der mechanischen Ausführung immer besser werden. Dank des Frontplattendesigns meines Freundes Guido hat auch die Optik deutlich gewonnen. Es ist mein bisher größtes Audio-Selbstbauprojekt.

Der VV7 läuft seit dem 21. Mai 2022 in meiner Anlage und hat den VV5.2 ersetzt.

DPV1R2 / DPV1R3a Phono Vorverstärker (VV7/PP)

29. November 2024

Seit April 2018 läuft die DPV1 Phono-Vorstufe zu meiner größten Zufriedenheit. Natürlich wollte ich diesen Vorverstärker in das VV7 Design übernehmen. Nach Jahren des Betriebs gab es allerdings auch ein paar Ideen, was verbessert werden könnte, weshalb ich einige Änderungen am Design der DPV1 vornahm.

Die meisten dieser Änderungen sind eher kosmetischer Natur und beeinflussen die audiophile Performance dieser Phono-Vorstufe nicht. Lediglich das geregelte Netzteil wurde umfassend überarbeitet. Anstelle der diskreten Spannungsregler von Pass Labs setzte ich den von mir inzwischen bevorzugten modifizierten Jung Regler ein. Folglich taufte ich diese Phonovorstufe DPV1R2 – R2 steht dabei natürlich für Revision 2.

Die DPV1R2 besteht aus drei oder vier Funktionsblöcken für die Signalverarbeitung – je nachdem, wie man zählt. Am Eingang befindet sich als erster Funktionsblock ein MC-Vorvorverstärker. Die Verstärkung ist linear. Da dieser Funktionsblock doppelt vorhanden ist, gibt es drei oder vier Blöcke. Ein Relais direkt am Ausgang dieser beiden Blöcke schaltet zwischen ihnen um, sodass im aktiven Signalweg immer nur drei Blöcke liegen. Der sich anschließende zweite Funktionsblock ist eine weitere Verstärkerstufe mit einer nicht linearen Übertragungskennlinie. An dieser Stelle erfolgt die RIAA-Entzerrung. Dieser Funktionsblock stellt das positive Ausgangssignal zur Verfügung. Der dritte Block ist ein Inverter, der das negative Ausgangssignal für die symmetrische Übertragungstechnik erzeugt. Sein Eingang ist mit dem Ausgang des RIAA-Verstärkers verbunden. Diese Phono-Vorstufe ist nur für MC-Tonabnehmer ausgelegt. Für ein MM-System müsste die Verstärkung im MC-Vorverstärker deutlich verringert werden. Ich persönlich besitze aber seit mehr als 40 Jahren nur noch MC-Systeme, weshalb dies für mich kein Nachteil ist.

Links vorn auf dem Board des DPV1R2 befindet sich die digitale Ansteuerung der Relais. Es handelt sich um I2C-Bus Port Bausteine mit nachfolgenden Open-Collector Darlington-Treibern. Die Trennung der beiden Massen (analog und digital) ist sehr gut erkennbar.

Links vorn befinden sich ebenfalls die Steckplätze für die beiden MC-Vorvorverstärker. Direkt hinter jedem Steckplatz sind die zusätzlichen Spannungsregler (Post-Regulatoren) für die MC-Stufen platziert. Sie sind dem Hauptregler nachgelagert und versorgen die MC-Stufen mit ca. ±24V.

Der Inverter ist auf der rechten Vorderseite untergebracht. Er stellt das negative Signal der symmetrischen Ausgangsspannung bereit. Dahinter befindet sich der MM-Verstärker mit einer aktiven 318μs bzw. 3180μs Entzerrung der RIAA-Kurve. Zusätzlich lässt sich die 7950μs Zeitkonstante schalten. Beide Verstärker sind als diskrete Operationsverstärker ausgeführt. Die Ausgangsstufen haben einen relativ hohen Ruhestrom, was die doch sehr großen Kühlkörper erklärt. Zudem werden sie durch zusätzliche Konstantstromquellen mit einer Crossover-Displacement Schaltung betrieben. Die 75μs Entzerrung ist passiv ausgeführt und befindet sich zwischen MC-Vorvorverstärker und MM-Verstärker. Das 8-polige IC mittig im Foto ist ein Doppel-OP. Er bildet die beiden Servoregler für die zwei DC-gekoppelten diskreten Operationsverstärker.

Das Netzteil beansprucht den gesamten hinteren Teil der Leiterplatte. Die ungeregelte Betriebsspannung wird auf der linken Seite angeschlossen. Es folgt eine CLC Stufe mit vier 10.000μF Kondensatoren und einer stromkompensierten Doppeldrossel. Darauf folgt der modifizierte Jung Regler. Am Ausgang befindet sich schließlich noch ein CRC Filter.

Der MC-Vorverstärker ist dreistufig aufgebaut. Bis auf die beiden Kaskoden-Transistoren der Eingangsstufe werden ausschließlich n- und p-Kanal JFETs verwendet (7x 2SK170BL und 7x 2SJ74BL). Am Eingang sind acht Widerstände schaltbar, die natürlich auch kombiniert werden können. Daraus ergeben sich theoretisch 256 mögliche Kombinationen. Da sich jedoch viele Werte nicht sonderlich voneinander unterscheiden, habe ich nur die sinnvollen Widerstände in der Software hinterlegt. Zudem lassen sich noch vier unterschiedliche Verstärkungsfaktoren schalten. Das Board ist durchgehend DC gekoppelt und wird durch einen Servo-Regler, der Operationsverstärker auf dem Bild oben, am Ausgang frei von Gleichspannung gehalten.

Wie man auf dem Foto oben erkennen kann, ist das Gehäuse durch die beiden Audio-Boards gut gefüllt. Das hinter der Frontplatte befindliche Board gehört zum digitalen Teil der DPV1R2 und sorgt für die Verteilung der Steuersignale auf die beiden Audio-Boards. Auch die digitale Betriebsspannung wird durch einen Standard 5V Regler reguliert. Die Leuchtdiode der Frontplatte ist ebenfalls direkt auf das Board gelötet. Sie wird von einer einstellbaren Stromquelle gespeist, sodass ich die Helligkeit an die anderen LEDs des VV7 anpassen kann. Auf diesem Board befindet sich außerdem ein Chip zur Messung der Innentemperatur der VV7/PP.

Mittig auf der Rückwand befinden sich die Anschlüsse für die DC-Versorgung und die digitale Steuerung. Links und rechts davon befinden sich die Audioanschlüsse. Da ich die beiden Kanäle immer aus der Sicht von vorne platziere, sind die Anschlüsse von der Rückseite aus verkehrt zu sehen – also rechter Kanal auf der linken Seite und umgekehrt. Die Cinch Buchsen der MC-Eingänge stammen von WBT, die XLR Buchsen der Ausgänge von Neutrik.

Update zur DPV1R3a im Herbst 2024

Leider kam es im Hochsommer immer wieder zu thermischen Problemen mit der DPV1R2. Diese kamen vom MC-Eingang und resultierten aus dem sehr engen Aufbau. Einige Bauteile (Widerstände) konnten die entstehende Wärme nicht mehr ausreichend ableiten, sodass sie regelrecht verbrannten. Dadurch wurde das Rauschen des Phono-Vorverstärkers stark erhöht. Ich musste die Widerstände jedes Mal austauschen.

Bei einer Vorführung im Sommer 2024 war es wieder so weit. Nur dieses Mal nahm ich das Problem in Angriff.

Die Hauptursache für das thermische Problem war der Platzmangel, der eine enge Konstruktion um die beiden MC-Einschübe herum erforderlich machte. Da sich die Größe der Leiterplatte nicht ändern ließ, musste ich mich mit der Schaltungstechnik auseinandersetzen.

Die DPV1 baute ich nur für mich selbst und es ist auch nicht geplant, dies jemals zu ändern. Das verbietet schon die große Anzahl an benötigten Goldstaub (2SK170 & 2SJ74).

Ich wähle meine Tonabnehmer sehr sorgfältig aus und behalte sie mein ganzes Leben lang. Die beiden an der DPV1 angeschlossenen Tonabnehmer gehören zum Besten, was der Markt zu bieten hat. Ein Wechsel ist eher unwahrscheinlich. Ich kenne die technischen Bedingungen (Eingangswiderstand und -kapazität sowie Verstärkungsfaktor) sehr genau. Aus diesem Grund wurden die Relais der DPV1R2-Eingangsstufen so gut wie nie geschaltet.

Daher ist es naheliegend, auf die Relais und deren Ansteuerung zu verzichten. In der DPV1R3a sind die beiden MC-Eingänge mit festen Eingangswiderständen und Verstärkungsfaktoren ausgestattet. Diese sind exakt auf die Bedürfnisse des jeweiligen Aufnehmers abgestimmt.

Dadurch gewinne ich so viel Platz auf der Leiterplatte, dass ich keine Aufsteckplatinen mehr benötige. Die beiden MC-Stufen können direkt auf der Leiterplatte untergebracht werden. So kann die Abwärme nach oben entweichen und es entsteht kein Hitzestau mehr. Außerdem konnte ich die großen Kondensatoren der Nachregler noch etwas zur Seite schieben. Dadurch ergab sich zusätzlicher Platz direkt an den MC-Stufen.

Ich habe das Layout der Platine neu gestaltet. Dabei entschied ich mich von Anfang an bewusst für eine 4-Lagen Leiterplatte. Dies ergab eine wesentlich bessere Leiterbahnführung und gab mir die Freiheit, eine Ebene komplett als Massefläche zu gestalten. Es brauchte zwei Layouts, bis ich mit dem Ergebnis zufrieden war – daher das a am Ende der Bezeichnung.

Line Vorverstärker (VV7/LL & VV7/LR)

02. Mai 2022

Wie ich oben schon schrieb, ist dieser Vorverstärker 2/10-kanalig aufgebaut. Ein Audio-Kanal besteht dabei aus den beiden XC-22A Line-Stufen, dem Jung Regler, drei Steckplätzen für zusätzliche Line-Stufen und einer digitalen Steuereinheit zur Ansteuerung aus dem Mikrocontroller heraus. Es ist die größte Leiterplatte, die ich für eines meiner DIY-Projekte bisher entwickelt habe – neben dem aktiven Absorber.

Selbstverständlich nutze ich wie immer die Selbstbaugehäuse aus Italien. Da der Materialeinsatz für die Line-Stufen so hoch ist, musste ich pro Line-Stufen Board ein eigenes Gehäuse verwenden. Ich wollte aber auf keinen Fall Kompromisse eingehen.

Auf dem Foto oben ist ein Kanal des Vorverstärkers zu sehen. Links unten befindet sich das digitale Interface. Rechts davon ist die Regelung der ±32V Betriebsspannung, der modifizierte Jung Regler, zu sehen. Auf der rechten Seite liegen die Regelungen der Spannungen für die beiden MUSES72320 und die Servoregler (±15V und +5V). Oben links erkennt man die drei Steckplätze für die OPA1632-Boards. Jeweils rechts davon befinden sich die Post-Regulatoren, die die benötigten ±15V aus den ±32V erzeugen. Oben links liegen die beiden XC-22A Line-Stufen. Die Leiterplatte ist doppelseitig bestückt, alle SMD-Bauteile befinden sich auf der Unterseite.

XC-22A Vorverstärker

09. Juli 2021

Diese Line Vorstufe, designed von meinem Freund Hans, übertrifft alles was ich bisher gehört habe – sowohl kommerziell als auch im Selbstbau! Allerdings ist der Aufwand schon beträchtlich und z.B. als Vorstufe im Bass Bereich nun wirklich nicht notwendig. Beim Design des VV7 habe ich mich dazu entschlossen die 57er Quads weiterhin über XC-22A Line Stufen zu versorgen. Folglich gibt es in dem Aufbau 2 dieser Vorstufen pro Audio Kanal.

Die Einstellung des Volume erfolgt selbstverständlich wieder durch einen der jeweiligen Line Stufe vorgeschaltetem MUSES72320. Auch hier wird die ±15V Betriebsspannung des Chips aus der ±32V Versorgung mit Hilfe der extrem rauscharmen integrierten Spannungsregler TPS7A49 / TPS7A30 von Texas Instruments erzeugt. Ein Design das sich im VV5.2 hervorragend bewährt hat.

OPA1632 Vorverstärker

19. März 2022

Ich habe diesen symmetrischen Operationsverstärker an den verschiedensten Stellen zur Signalverarbeitung verwendet, unter anderem mit sehr großem Erfolg im 12-Kanal Vorverstärker VV6 meines Freundes Heiner. Gerüchten zufolge soll der Chip einen super-symmetrischen Aufbau haben. Auf jeden Fall klingt dieser OP umwerfend gut, weshalb ich mich entschlossen habe, ihn für die zusätzlichen Line-Vorstufen zu verwenden.

Für diese Boards war natürlich auch der exzellente MUSES72320 gesetzt. Im Gegensatz zum VV6 Design habe ich den OPA1632 jedoch hinter den MUSES platziert. Da der symmetrische OP allerdings zwei invertierende Eingänge hat, muss man einen Puffer zwischen MUSES und OPA1632 verwenden (Stichwort: belasteter Spannungsteiler). Andernfalls müsste man rund um den OP sehr hochohmig arbeiten, was sich natürlich negativ auf das Rauschen der Stufe auswirken würde. Ich entschied mich für einen JFET-Puffer mit BF862, ein Design mit einem extrem neutralen Klang.

Hinter dem OPA1632 habe ich zwei LME49600 verwendet, die in die Gegenkopplung des OP integriert sind. Dadurch sind lange Zuleitungen zu den Endstufen kein Problem mehr. Zudem wird der symmetrische Ausgang durch einen Servo-Regler frei von Gleichspannungsanteilen gehalten.

Ich kann die Spannungsversorgung jedes einzelnen Aufsteckboards per Jumper deaktivieren. Damit erspare ich mir den Verbrauch von einigen mA durch Hardware, die in der jeweiligen aktuellen Anlagentopologie nicht benötigt wird.

Backplane

01. Mai 2022

Die beiden Gehäuse werden auch dazu verwendet, die 16 Ein- und Ausgänge des Lynx Aurora(n) von den in der Studiotechnik üblichen 25-poligen AES59-2012 Steckverbindern (Tascam) auf XLR umzusetzen. Dabei werden die Anschlüsse einer LM-AIO8E Karte in eines der beiden Line PreAmp Gehäuse geführt.

Die acht XLR-Buchsen der Eingänge sind direkt mit der entsprechenden Sub-D Buchse verbunden. Bei den Ausgängen ist das nur bei den letzten drei XLR-Buchsen der Kanäle 6–8 und 14–16 der Fall. Die ersten fünf Ausgänge gehen auf fünf 3-polige Wago Steckverbinder, die mit den Eingängen der Vorverstärker verbunden sind. Die Ausgänge dieser Vorverstärker werden mit weiteren WagoxSteckverbindern auf der Backplane verbunden. Diese sind wiederum mit den ersten fünf XLR-Ausgangsbuchsen (Kanal 1–5 und 9–13) auf der Leiterplatte verbunden.

Meine Anlage ist also auf der einen Seite mit XLR-Steckverbindern ausgestattet, die Verbindung zwischen Lynx und Vorverstärker erfolgt hingegen über Tascam-Buchsen. Hierfür setze ich fertig konfektionierte Kabel von Cordial ein.

Das Gain Konzept des VV7

18. Mai 2022

Wie in der Einleitung beschrieben, sind die Line-Stufen des VV7 hinter dem Lynx-Wandler (D/A-Ausgänge) angeordnet. Damit befindet sich auch die vom Faltungs-PC erzeugte Frequenzweiche vor den Line-Stufen. Das ist der Grund, warum bei dieser Anlagentopologie ein Mehrkanal-Vorverstärker notwendig ist. Aktuell liefert meine Frequenzweiche sieben Kanäle: 1 x Mono Subwoofer, 4 x Quad und 2 x Mundorf.

Da die unterschiedlichen Lautsprecher und Leistungsverstärker nicht unbedingt den gleichen Lautstärkepegel erzeugen, muss bei einer aktiven Topologie auch für einen entsprechenden Angleich gesorgt werden. Die Feineinstellung dieser Pegelanpassung erfolgt im Convolver und wird über die Target-Kurve festgelegt. Für eine eher grobe Voreinstellung werden die Vorverstärkerkanäle selbst genutzt.

In der Software des VV7 lässt sich für jede Line-Stufe eine individuelle Volume Korrektur hinterlegen. Die XC-22A Vorverstärker und damit natürlich die Quads geben dabei den Grundpegel vor. Somit müssen die Kanäle für den Subwoofer (RiPol) und die Hochtöner (Mundorf) an die Quad angeglichen werden. Das lässt sich, wie beschrieben, über die Software und gegebenenfalls über einen angepassten Verstärkungsfaktor der OPA1632 Line Stufen erreichen. Zudem gibt es mir die Möglichkeit, die Quad’s untereinander abzugleichen.

Meine Endstufen laufen alle mit einem Verstärkungsfaktor von 26dB, die Vorverstärker-Module des VV7 mit 6dB.

Gehäuseeinbau

08. Mai 2022

Wie ich bereits mehrfach schrieb, sind die beiden Line-Preamp Boards jeweils in einem eigenen Gehäuse untergebracht. Aufgrund der Größe der Boards und der benötigten Steckverbinder ist keine andere Lösung möglich. Mir kommt es allerdings nicht auf eine kleine Bauweise an, sondern darauf, alle meine Anforderungen und Ideen umzusetzen.

Auf dem Foto oben ist die Innenansicht der VV7/LR von vorn zu sehen. Die Line-PreAmp-Leiterplatte füllt das Gehäuse fast vollständig aus. Die Signalverkabelung von der Backplane zu den Vorverstärkern erfolgt individuell mit geflochtenen Kabeln. Das sieht ein wenig chaotisch aus, funktioniert aber hervorragend.

Etwas außermittig auf der Rückwand sitzen die beiden Tascam-Anschlüsse. Links und rechts davon befinden sich die XLR-Steckverbinder. Auf der rechten Seite befinden sich die Buchse für die DC-Betriebsspannungsversorgung und der Anschluss für die Steuersignale vom VV7/CP.

Controller & DPV1R2 Netzteil (VV7/CP)

09. Januar 2022

Nach wie vor setze ich am liebsten den AT89C51ED2 als Mikrocontroller in die Steuerung meiner Audio-Geräte ein – so auch hier. Mithilfe des Controller-Boards wird der VV7 über zwei Drehwinkelgeber, eine IR-Fernbedienung sowie einen alphanumerischen OLED mit zwei Zeilen und 20 Spalten bedient.

Mit dem zentralen Taster auf der Frontplatte wird der Vorverstärker ein- und ausgeschaltet. Allerdings schalte ich dabei nur die digitalen Komponenten des VV7, die analogen Verstärker werden permanent mit Betriebsspannung versorgt. Seit vielen Jahren hat es sich bei mir bewährt die Audio Stufen meines Vorverstärkers ständig eingeschaltet zu lassen, dies gilt insbesondere auch für die Phono Vorstufe. Zumal ich fast täglich Musik höre.

Zur Versorgung des Controller-Boards verwende ich das ungeregelte Netzteil der XOno 2019. Diese Leiterplatte habe ich vorrätig und aus aktueller Sicht gibt es daran nichts zu verbessern.

Das Gleiche gilt für die Versorgung der beiden DPV1R2-Boards: Auch hierfür habe ich mich am XOno 2019 Projekt bedient. Die Schaltungstechnik der ungeregelten analogen Betriebsspannung ist für mich auch heute noch State of the Art. Es gibt absolut nichts, was ich daran verbessern würde.

Zur Versorgung der Phono Vorstufen setze ich einen Trafo mit getrennten Wicklungen für den linken und rechten Kanal ein. Selbst die besten Tonabnehmer haben lediglich eine Kanaltrennung von etwa 35dB, einen Wert, den ich mit dem Aufbau mühelos übertreffe. An dieser Stelle sind kanalgetrennte Transformatoren überflüssig. Der eingesetzte Ringkerntransformator stammt wie gewohnt in exzellenter Qualität von Müller Elektrotechnik. Dem Trafo vorgeschaltet ist ein 230V/AC DC-Filter, ebenfalls eine Leiterplatte aus dem XOno 2019 Projekt. Am 230V/AC Eingang verwende ich natürlich auch einen integrierten Netzfilter von Schurter.

Auf der Vorderseite befinden sich links und rechts die beiden Drehwinkelgeber. Mittig ist das OLED platziert, darunter ist der Taster zum Ein- und Ausschalten der digitalen Elektronik des VV7. Rechts vom linken Drehwinkelgeber sieht man den IR-Empfänger. Die Drehknöpfe stammen übrigens von meinem Freund Guido.

Auf der linken Seite der Rückwand befindet sich die Buchse für die DC-Spannungsversorgung der DPV1R2 Audio Elektronik. Ich verwende hierfür Industriesteckverbinder der Firma Hirschmann. Die 25-polige Sub-D Buchse rechts davon dient zur Übertragung der Steuersignale und der Spannungsversorgung der digitalen Steuerung inklusive Relais der Phono Vorstufe.

Über die 5-polige DIN-Buchse PickUp No. wird eine Nummer (4 Bit binär) an die Motorelektronik des Plattenspielers übermittelt. Diese teilt der Motorelektronik den gewählten Tonabnehmer mit. Mithilfe dieser Information wird die Laufzeit des jeweiligen Tonabnehmers ermittelt (siehe #42 Motortreiber).

Die DC-Buchse LP on führt ein Steuersignal, mit dem das ungeregelte Netzteil für die digitale Elektronik der Line-Vorverstärker im VV7/LP ein- und ausgeschaltet wird. Über die 9-polige Sub-D Buchse ISP wird der Controller programmiert (siehe Flip). Die beiden 9-poligen Sub-D Stecker LP Control rechts davon führen die Steuersignale für die beiden Line-Stufen (VV7/LL und VV7/LR).

Rechts außen ist die Netzbuchse mit Sicherungen, Schalter und Netzfilter von Schurter untergebracht.

Netzteil der Line Vorverstärker (VV7/LP)

11. März 2022

In diesem Gehäuse sind die ungeregelten Betriebsspannungen für die beiden Line Preamp Boards untergebracht. Auch an dieser Stelle habe ich mich bei den analogen Spannungen aus dem XOno 2019 Projekt (siehe oben) bedient.

Aufbauend auf dem Design des XOno 2019 Projektes habe ich die ungeregelte Versorgung der digitalen Schaltung erweitert. Hinzugekommen ist ein Schaltungsteil, mit dem ich die digitale Versorgung vom Controller aus ein- und ausschalten kann. Zudem habe ich meine Remote Out Steuerung integriert. Nach wie vor soll meine gesamte Anlage über den Vorverstärker ein- und ausgeschaltet werden. Auch hier bleiben die analogen Line Stufen permanent versorgt.

Im Gegensatz zum VV7/CP kommen an dieser Stelle getrennte Ringkerntransformatoren von Müller Elektrotechnik zum Einsatz. Es sind jeweils ein 130VA Trafo für die Versorgung der linken und rechten Audioelektronik und ein 23VA Trafo für die digitale Elektronik vorhanden. Das ist mehr als genügend Leistung und wie immer überdimensioniert, so wie ich es bevorzuge.

Auf dem Foto oben ist die Innenansicht zu sehen. Links befinden sich die beiden Boards zur Versorgung der analogen Schaltungsteile der Line-Stufen. Auch hier kommen die oben beschriebenen ungeregelten Netzteile aus dem XOno 2019 Projekt zum Einsatz. In der Mitte vorne ist die oben beschriebene Leiterplatte mit der digitalen Versorgung platziert. Rechts davon befindet sich der 230V/AC DC-Filter. Den Rest des Platzes füllen die drei Ringkerntransformatoren aus.

Die Rückwand des VV7/LP ist eher schlicht gestaltet. Links sind die beiden Hirschmann Buchsen zu sehen, die die analoge und digitale Spannungsversorgung für je ein Line Stufen Gehäuse (VV7/LL und VV7/LR) führen. Über die mit LP on beschriftete Buchse wird eine Steuerspannung vom VV7/CP zugeführt, die die digitalen Schaltungsteile der Line Stufen ein- und ausschaltet. Remote Out führt die Steuerspannung zum Ein- und Ausschalten für den Rest meiner Anlage. Ganz rechts ist die Schurter Netzbuchse zu sehen.

Audiophile Bewertung

24. März 2022

DPV1R2
Die Phono Vorstufe spielte bereits direkt nach dem ersten Einschalten beeindruckend gut. Sie profitiert mehr als erwartet von den Jung Reglern. Meine Entscheidung, den Aufwand für eine Rev. 2 zu betreiben, war definitiv richtig.

21. Mai 2022

Der VV7 ist heute an meiner Anlage in Betrieb gegangen. Ich werde jetzt erst einmal eine Zeit lang intensiv hören und anschließend eine Bewertung abgeben. Da ich keine neuen Komponenten nutze, wird es in erster Linie eine Bewertung der geänderten Topologie sein.

01. August 2022

DPV1R2
Das oben Geschriebene hat sich bestätigt: Die DPV1R2 profitiert mehr als erwartet von dem Netzteil mit dem modifizierten Jung Regler. Mit dieser Stromversorgung steht die DPV1R2 an der Spitze aller Phono Vorstufen, die ich bisher gehört habe – egal, ob kommerziell oder DIY.

Line Verstärker
Ich hatte erwartet, dass sich keine großen audiophilen Veränderungen gegenüber dem VV5.2 einstellen würden. Das ist aber nicht der Fall! Nach wie vor bin ich der Meinung, dass es bei einzelner Betrachtung der Stufen keine wirklichen Unterschiede geben wird. Allerdings hat die geänderte Topologie meiner Anlage mehr als erwartet gut getan. Betreibt man eine Anlage wie meine, muss man auch einen Mehrkanal-Vorverstärker einsetzen, alles andere wäre nur der halbe Weg.

Ich bin mit dem gesamten Ergebnis äußerst zufrieden und das Thema Vorverstärker ist für mich (vorerst) abgeschlossen.