Bemerkungen zur Wiedergabe von Schallplatten

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Inhaltsverzeichnis

Einleitung

06.01.2021

Eine CD vernünftig wiederzugeben ist eigentlich recht simpel, man braucht dazu nur einen CD-Player den man an seinen Vorverstärker anschließt. Bei der Schallplatte sieht das schon wesentlich komplizierter aus, insbesondere wenn man einen hohen Anspruch an die Wiedergabequalität stellt.

Für die Wiedergabe einer Schallplatte werden die folgenden Komponenten benötigt:

  • Laufwerk
  • Tonarm
  • Tonabnehmer
  • Phono-Vorverstärker

Allerdings ist es damit nicht getan. Eine Laufwerk / Tonarm / Tonabnehmer Kombination muss man exakt mechanisch ausrichten.

  • exakte horizontale Ausrichtung des Laufwerks
  • Abstandsmessung Tellermitte – Drehzentrum Tonarm
  • Messung zur exakten horizontalen Ausrichtung des Tonarms
  • Auflagekraft
  • Überhang oder tangentiale Nulldurchgänge
  • Azimut
  • Antiskating
  • vertikaler Spurwinkel (VTA)

Einige der Einstellungen muss man 1x durchführen, bei den anderen ist es sinnvoll sie zu wiederholen, nachdem man die kompletten Einstellungen durchgeführt hat. Damit meine ich z.B. den Überhang der ja durch eine Einstellung des VTA (geringfügig) verändert wird.

Außerdem sollte man die Schallplatten so sauber wie möglich halten. Will man das ambitioniert machen, kommt man um den Erwerb einer Plattenwaschmaschine nicht herum.

Ich möchte an dieser Stelle nach und nach vermitteln wie ich die Themen rund um die audiophile Wiedergabe von Vinyl angehe. Einen Anfang macht der Artikel über die Einstellung des Azimut.

Laufwerk

27.12.2020

Die Aufgabe des Laufwerkes ist es, die Schallplatte in Rotation mit einer konstanten Drehzahl von 33,3rpm oder 45rpm zu versetzen – darüber hinaus gibt es auch noch andere Drehzahlen, aber die beiden sind die wichtigsten. Zudem soll das Laufwerk mechanische Erschütterungen von der Schallplatte fern halten. Es dient in der Regel auch als Träger des Tonarms oder der Tonarme.

Diese Aufgabe kann man auf die vier wesentlichen Bauteile eines Plattenspielers aufteilen:

  • der Teller mit seiner Lagerung
  • Aufnahme(n) für den/die Tonarm(e)
  • der Antrieb inkl. der Ankopplung an den Teller
  • die Basis mit der mechanischen Entkopplung

Über die Jahrzehnte hat es so viele phantastische und interessante Lösungen gegeben. Man kann an dieser Stelle gar nicht einzeln darauf eingehen, es würde Bücher füllen. Wie mein Freund Jürgen und ich dieses Thema angegangen sind, kann man hier nachlesen. Ich habe mit diesem Meisterwerk aus seiner Hand ein/mein Traumlaufwerk erhalten. Es wird zudem ein Unikat bleiben, was natürlich einen ganz besonderen Reiz ausübt.

Tonarm

06.01.2021

Die große Anzahl an Tonarmen auf dem Markt sind Drehtonarme mit einer effektive Länge zwischen 9″ und 12″. Es gibt auch größere Längen, aber die sind eher ein seltene Spezies. Der überwiegende Teil der Tonarme auf dem Markt hat eine Länge zwischen 9″ und 10″.

Neben den Drehtonarmen gibt es noch tangentiale Arme. Sie haben den Vorteil das sie die Schallplatte genauso abtasten wie sie geschnitten worden sind. Aber es gibt nicht wirklich viele Hersteller die solche Arme vertreiben und eine günstige Anschaffung sind solche Tonarme auch nicht.

Meine Präferenz liegt bei den 12″ Drehtonarmen, denn wie heißt es schon bei den Seglern: „Länge läuft“. Bei dem großen Tellerdurchmesser meines Laufwerkes sind aber auch nur Arme mit mindestens dieser Länge möglich. Allerdings ist der Teller auch nur so groß eben weil ich diese Länge bevorzuge – einen 12″ Tonarm hatte ich schon vorher. Einen tangentialen Tonarm den man auf meinem Laufwerk montieren könnte gibt es auf dem Markt nicht.

Der meiner Auffassung nach klanglich beste Drehtonarm auf dem Markt ist der dänische Mørch DP-8. Es ist kein wirklich günstiger Arm, allerdings geradezu nachgeschmissen wenn man die audiophile Performance berücksichtigt. Die Einstellung dieses Tonarms ist allerdings sehr herausfordernd und er ist für Anfänger sicherlich nicht empfehlenswert. Als weiteren Arm verwende ich einen englischen SME 312 mit Dämpfungswanne. Wie eigentlich alle SME Arme ist es eine gelungene Konstruktion mit einer sehr ordentlichen audiophilen Performance.

Tonabnehmer

10.05.2021

Der Tonabnehmer setzt die auf der Schallplatte mechanisch gespeicherte Musikinformationen in elektrische Signale um. Die überwiegende Anzahl der Systeme auf dem Markt nutzen dafür die elektromagnetische Induktion.

Ein MM-System (Moving Magnent) bewegt mit Hilfe der Nadel ein Magnet wodurch eine der Bewegung entsprechende Spannung in zwei feststehende Spulen induziert wird. Beim MC-System (Moving Coil) ist es genau anders herum. Hier wird durch die Nadel zwei Spulen in einem feststehenden Magnetfeld bewegt.

Meine Präferenz liegt bei den MC-Systemen. Sie erzeugen ein sehr homogenes Magnetfeld in dem sich dann die kleinen Spulen bewegen. Der sicherlich größte Teil der Top-Abnehmer auf dem Markt arbeitet nach diesem Prinzip. Allerdings kann man die Nadel nicht so ohne weiteres wechseln, auf ihr sitzen ja fest montiert die Spulen die mit den rückwärtigen Anschlüssen verdrahtet sind. Ein MC-System ist also ein Verschleißteil. Die Ausgangsspannung eines MC-Systems ist dabei auch noch deutlich kleiner als bei einem MM-System. Man benötigt eine zusätzliche Verstärkung von ca. 30dB.

Durch Zufall bin ich vor Jahren günstig an ein van den Hul Colibri gekommen. Es war Liebe auf den ersten Ton. Heute besitze ich zwei dieser außergewöhnlichen Abtaster. Sie sind allerdings gnadenlos analytisch, was sicherlich nicht jedem gefällt. Zudem reagieren sie außerordentlich kritisch auf die VTA Einstellung (Vertical Tracking Angle), dies ist der Grund für die mechanisch sehr aufwändige VTA Verstellung an meinem Laufwerk.

Phono Vorverstärker

27.12.2020

Der Phono Vorverstärker hat die Aufgabe das winzige Signal, das aus dem Tonabnehmer kommt, zu verstärken. Bei einem Abnehmer nach dem Moving Magnet Prinzip sind es ca. 40dB und bei einem nach dem Moving Coil Prinzip ca. 70dB bei einer Frequenz von 1kHz. Die zweite wesentlich Aufgabe ist es das Signal zu entzerren. Das Musiksignal auf einer Schallplatte ist nicht linear aufgezeichnet und der Phono Vorverstärker muss das Signal linearisieren. Für heutige Schallplatten gilt die sogenannten RIAA Kurve (500C-13,7), aber bei älteren Aufnahmen gibt es auch jede Menge anderer Kennlinien.

Einer der besten Phono Vorverstärker für die DIY Gemeinde ist sicherlich ein Nachbau der Pass Labs XOno. Wie so etwas aussehen kann ist hier zu sehen. Ich selbst nutze eine Weiterentwicklung daraus, die sich allerdings aus mehreren Gründen für den Nachbau nicht eignet.