Stacked Quads

57er Stacked Quads

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

23.02.2011

Seit Ende der 1970er Jahre besitze ich 57er Quad Elektrostaten in einer Stacked Konfiguration. In all den Jahren habe ich viele wunderbare Lautsprecher gehört, aber nie war eine Konstruktion darunter die meinen heiß geliebten Elektrostaten letztendlich gefährlich werden konnte. Betreibt man diese Lautsprecher mit den richtigen Endstufen – und die XA30.8 gehört mit Sicherheit dazu – dann sind sie zu Erstaunlichem fähig.

Anbei eine Aussage von Peter Walker zu Stacked Quads die ich mir von der The Quad ESL Homepage entliehen habe :

Another thing people like to do is to use two of our panels, one above the other. This is quite reasonable because it is really a strip source, you can extend the strip source without deteriorating anything. All you do is add 6dB at the bottom and 3 dB everywhere else. It gives you a louder sound, a more impressive sound. That’s all right. Adding woofers has never been very good. [Audio Amateur, 1978]

Mit Ausnahme des letzten Satzes kann ich diese Aussagen nur bestätigen. Die Quads profitieren sehr wohl von einer Subwoofer Unterstützung. Es tut ihnen sogar ausgesprochen gut den Frequenzbereich unter ca. 100Hz nicht übertragen zu müssen. Meine Trennfrequenz liegt aktuell bei 127Hz.

Impedanzverlauf der 57er Quad

Für die richtige Auslegung der Endstufe findet sich in der Bedienungsanleitung der 57er Quad der folgende Hinweis:

AMPLIFIER REQUIREMENTS
Other amplifiers if they are properly regulated (not more than 33 peak volts with any load) are unlikely to cause damage to the loadspeaker, although they may not necessarily provide the correct performance because of the very strict stability requirements.

Die maximale Spannung pro Lautsprecher sollte also 33Vp nicht überschreiten. Jeder Lautsprecher wird bei mir einzeln von einem Kanal einer in Dual-Mono betriebenen ES4 angesteuert. Somit steht der einzelnen Quad eine Verstärkerleistung von ca. 100W an 8Ω zur Verfügung und die maximale Spannung beträgt ca. 44Vp. Schaut man sich den Impedanzverlauf an – siehe oben – so muß eine Endstufe bei ca. 13kHz in der Lage sein eine Last von ungefähr 2Ω zu treiben – very strict stability requirements. Die XA30.5/.8 mit ihrem maximalen Ausgangsstrom von 20A ist dazu ohne Weiteres in der Lage, sie treibt sogar zwei parallel geschaltete ESL’s ohne Probleme – so habe ich die Prototypen dieser Endstufe ja am Anfang betrieben.

Einen guten Überblick über die Vorzüge der Stacked Konfiguration ist auf der Homepage The Quad ESL zu finden.

Konstruktion der Gestelle

23.02.2011

Bei einer Stacked Quad handelt es sich um zwei 57er Quad Elektrostaten pro Kanal (siehe oben) in einem Gestell übereinander angeordnet. Hierbei wird der untere Lautsprecher kopfüber eingebaut. Die Gestelle sind Eigenbauten die an diverse Vorlagen / Projekte aus dem Internet angelehnt sind.


Konstruktionszeichnungen der Gestelle

Konstruktionszeichnungen der Gestelle


Die Konstruktion und der Bau dieser wunderbaren Gestelle sind von meinem Vater durchgeführt worden.

 

Betrieb der Stacked Quads

15.02.2020

Wie ich oben ja schon geschrieben habe besteht eine Stacked Quad aus 2 57er Quad ESL pro Kanal die in einem Gestell übereinander angeordnet sind. Der untere Lautsprecher wird dabei kopfüber eingebaut um so eine einheitliche Krümmung beider Lautsprecher zu erzielen.

Es gibt 3 verschiedene Möglichkeiten die Lautsprecher zu betreiben:

1. Ein Endstufenkanal mit in Reihe geschalteten Lautsprechern
Es ist in der Regel keine gute Idee zwei Lautsprecher in Reihe zu betreiben, die Impedanz ist nie wirklich identisch und so wird ein Lautsprecher mit mehr Leistung versorgt als der andere. Trotz allem ist es eine Möglichkeit die Stacked Quad zu betreiben, insbesondere da sich so die sehr geringe Impedanz bei ca. 13kHz wenig stark auswirkt. Mit den ES1 verwendete ich die Stacked Quads exakt auf diese Weise.

2. Ein Endstufenkanal mit parallel geschalteten Lautsprechern
Dies ist die korrekte Verschaltung bei Verwendung eines Endstufenkanals. Jetzt bekommen die beiden Lautsprecher exakt das gleiche Signal und die Toleranzen in der Impedanz wirken sich nicht wesentlich aus. Allerdings hat man eine besonders niedrige Impedanz bei ca. 13kHz, die Gesamtimpedanz beträgt ja bei Parallelschaltung zweier gleicher Impedanzen die Hälfte der ursprünglichen. Eine Endstufe die das bewältigt muss in der Lage sein sehr niedrige Impedanzen zu treiben. Das ist einer der Gründe warum ich eine Röhrenendstufe an den Stacked Quads nicht wirklich in Erwägung ziehe.

3. Ein Endstufenkanal pro Lautsprecher
Das ist meiner Meinung nach der Königsweg. Ich betreibe meine Stacked Quads auf genau diese Weise. Dazu nehme ich eine Stereo Endstufe pro Kanal dessen beide Eingänge parallel geschaltet sind und schließe dann jeweils ein Lautsprecher an einen Endstufenkanal an. Allerdings benötigt man auch hier eine Endstufe die niedrige Impedanzen treiben kann – die niedrige Impedanz bei ca. 13kHz bleibt ja bestehen, wirkt sich allerdings nicht so stark aus wie unter 2.

Ich habe über die Jahre sehr viele Endstufen an meinen Stacked Quads ausprobiert. Es waren auch einige sehr gut beleumundete Röhrenendstufen dabei, aber keine konnte mich persönlich wirklich überzeugen.

Die Endstufen von Quad – z.B. die 303 oder die 405 – funktionieren ohne Probleme, sind allerdings nicht wirklich das audiophile Optimum. Den Hype rund um die 303 kann ich nicht nachvollziehen, man verschenkt mit diesen Verstärkern so viel von der Performance der Lautsprecher.

Aus vergangenen Tagen sind mir noch lebhaft die Mark Levinson ML2 in Erinnerung, die diesen Job wundervoll bewältigt haben. Zu dem Zeitpunkt lagen sie aber vom Budget her in unerreichbaren Regionen. Betrieben wurde die Stacked Quad damals mit einer ML2 pro Kanal, ob in der Variante 1 oder 2 kann ich heute nicht mehr sagen.

Das erste Mal richtig glücklich mit einer Endstufe an den Stacked Quads war ich mit den Firstwatt Aleph J Nachbauten. Allerdings nur in der Variante 3. Ein Kanal dieser Endstufe ist doch etwas überfordert bei einer Parallelschaltung von 2 Quads. Diese 25W Single-Ended Class A Enstufe ist sicherlich ein Best-Buy. Leider ist es keine supersymmetrische Brückenschaltung. Eine entsprechend ausgelegte Variante der Aleph J – also eine Aleph JX – wäre sicherlich eine weitere Steigerung.

Richtig gut wurde es dann mit den Nachbauten der Pass Labs XA30.5/.8 die wie gemacht für diese Lautsprecher erscheint. Sie ist in der Lage eine Parallelschaltung zu treiben. Allerdings bevorzuge ich auch mit dieser Endstufe die Variante 3 – schon auf Grund meiner sehr positiven Erfahrungen mit dieser Variante bei der Aleph J. Mit diesen Endstufen und den revidierten Stacked Quads ist man sehr weit vorn!