Über mich

mein Name ist Ralph Stens. Ich wurde 1959 in Deutschland geboren. Im zarten Alter von 15 Jahren hat mich der audiophile Bazillus befallen und seither nicht wieder los gelassen. Während meines Studiums – ich habe ein Universitätsdiplom in Elektrotechnik / Fachrichtung Elektronik & Hochfrequenztechnik – habe ich dann angefangen eigene Schaltungen für mein Hobby zu designen.

Während meiner gesamten beruflichen Zeit entwickelte ich hauptsächlich analoge und digitale Schaltungen rund um die industrielle Messtechnik und den Laborbedarf. Über die Jahre hat sich hier ein sehr großer Erfahrungsschatz angesammelt. Ein Vorteil für mein Hobby ist, dass sich die Aufgabenstellungen von Messtechnik und audiophiler Schaltungstechnik in vielen Bereichen sehr ähneln.

Aber warum beschäftige ich mich dann mit Nachbauten von Pass Labs?

Aus meiner Sicht als professioneller Elektronik Entwickler ist die SUSY Topologie die beste Schaltungstechnik für Verstärker im Audio Design. Dies hat sich für mich über die Jahre immer wieder auch direkt an diversen hochwertigen Audio Anlagen durch Hörvergleiche bestätigt. Wenn es nun also eine – zumindest nach meiner Auffassung – optimale Verstärkertechnik gibt, warum sollte ich mich dann noch mit der Entwicklung eigener Schaltungen in diesem Bereich beschäftigen. Das ist dann nur eine Verschwendung knapper Freizeit.

Letztendlich sind es aber nie 100%ige Nachbauten die ich erstelle. Eine Firma wie z.B. Pass Labs ist kommerziellen Zwängen unterworfen die der Selbstbauer so nicht kennt. Für die Einzelstücke im Eigenbedarf kann man nach dem Prinzip all you can design entwickeln und so das Optimum aus den Schaltungen für sich selbst herausholen.

Aus diesem Grund findet man auf dieser Homepage Beschreibungen von Audio Schaltungen die ich selbst designed habe, aber auch Nachbauten bei denen der Kern der Schaltung auf Designs von Pass Labs basiert.

Philosophie / Design Vorgaben

Nach meiner festen Überzeugung bedarf es einer Art Philosophie oder einfacher ausgedrückt einer eigenen Meinung über die technischen und akustischen Bedingungen um über die Jahre zu einer wirklich guten Audio Übertragungsanlage zu kommen.

Wer dauernd etwas anderes ausprobiert wird ein ewig Suchender bleiben.

Die besten Anlagen habe ich bei Menschen gehört die sich über Jahrzehnte mit dem Thema auseinandergesetzt und sich eine ganz klare eigene Meinung gebildet haben. Man merkt es diesen Anlagen an das sie über viele Jahre schrittweise optimiert worden sind.

Die besten Anlagen stehen bei den Selbstbauern.

Eine Aussage die von keinem Geringeren als Dieter Burmester stammen soll. Sie entspricht auch meinen Erfahrungen. Dies gilt nicht weil diese Gruppe von Audio Liebhabern besonders smart ist, sondern weil auf sie das oben geschriebene in ganz besonderer Weise zutrifft. Sie hegen und pflegen ihre Anlagen und entwickeln sie meist über ein ganzes Leben beständig weiter.

Was sind also meine Design-Grundlagen? Die Antwort ist natürlich auf der gesamten Homepage zu finden, aber ich versuche es mal hier auf die wesentlichen Punkte zu bringen. Das wichtigste dabei ist aber:

Es sind meine Regeln und ich erheben damit keinerlei Anspruch auf Allgemeingültigkeit!

  • Kein dogmatisches Herangehen bei der Auswahl der aktiven Bauelemente. Man kann exzellente Geräte mit Röhren, Bipolartransistoren und/oder FET’s bauen. Allerdings arbeite ich persönlich nicht gerne mit Röhren.

  • Die symmetrische Schaltungstechnik ist der unsymmetrischen vorzuziehen. Nach Möglichkeit sollten die Schaltungen super-symmetrisch ausgelegt sein.

  • Ich ziehe diskret aufgebaute Stufen mit höherer Betriebsspannung dem Aufbau mit integrierten Operationsverstärkern vor, auch wenn der VV6 eindrucksvoll bewiesen hat das diese Vorgehensweise nicht wirklich notwendig ist.

  • Auch wenn es in einigen von meinen Nachbauten noch anders realisiert ist, konstruiere ich heute Schaltungen mit einer durchgehenden DC Kopplung des Signalweges.

  • Die Stromversorgung eines Audio Gerätes ist mindestens ebenso wichtig wie die eigentliche Audio Schaltungstechnik. Auch an dieser Stelle ziehe ich diskrete Regelungen den integrierten Lösungen vor.

  • Ein Netzteil sollte immer überdimensioniert sein und den angeforderten Strom mit Leichtigkeit liefern können.

  • Dort wo es technisch möglich und sinnvoll ist baue ich Netzteile für Stereo Anwendungen in Dual Mono Ausführung. Als einzigen Kompromiss nehme ich hin und wieder einen gemeinsamen Transformator – in der Regel aus räumlichen Erwägungen. Dann aber selbstverständlich mit getrennten Wicklungen.

  • In gemischten Systemen – also mit analogen und digitalen Schaltungsteilen – müssen die Massen konsequent getrennt aufgebaut werden. Erst am Erdanschluß führe ich die Potentiale gezielt zusammen.

  • Seit 1980 ist für mich das Thema Lautsprecher – zumindest im Frequenzbereich zwischen ca. 100Hz bis 5…7kHz – abgeschlossen. Etwas Besseres als die 57er Stacked Quad angetrieben von einer potenten super-symmetrischen Endstufe ist mir noch nicht begegnet.

  • Bevor man sich mit Kabeln auseinandersetzt, sollte man sich erst einmal intensiv um die Raumakustik kümmern. Der zu erzielende Fortschritt ist wesentlich größer. Diese Regel hat allerdings eine Ausnahme: das Kabel zwischen Tonarm und Eingang Phono-Vorstufe.

  • Eine Anlage ohne Maßnahmen zur Korrektur der Raummoden kann man sich eigentlich nicht ernsthaft anhören. Mir ist bewußt das ich mit dieser Aussage vielen vor den Kopf stoße, aber wer entsprechende Maßnahmen vorgenommen hat weiß genau wovon ich hier schreibe – vor 2014 hätte ich solche Behauptungen auch nur als Spinnerei abgetan.