
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
22. Juli 2026
Schon vor vielen Jahren habe ich erste Versuche mit einem Rechner als digitalen Zuspieler für meine Anlage durchgeführt. Im Vergleich zu meinem Marantz SACD-Player waren die ersten Versuche eher ernüchternd, auch wenn die Bedienung natürlich viel angenehmer war.
Mit den Jahren habe ich gelernt, worauf es bei der Hard- und Software für ein audiophiles System ankommt. Heute höre ich nur noch in Ausnahmefällen Musik mit meinem Marantz, denn mit der audiophilen Performance meines digitalen Equipments kann mein SACD-Player nicht mehr mithalten.
Dabei habe ich viele Software ausprobiert (Fidelizer, AudiophilOptimizer, JPlay, …) die versprechen, aus einem gewöhnlichen PC für mehr oder weniger Geld einen High-End Zuspieler zu machen. Keine dieser Software hat es in meine aktuellen Systeme geschafft.
Die Grundvoraussetzung für einen Audio-PC ist, dass er eine möglichst hohe Leistung hat und so wenig wie möglich vom Betriebssystem beansprucht wird. Der einfachste Weg dorthin führt über Server-Betriebssysteme, die von Hause aus nicht so überladen sind. Dies ist auch die Grundidee hinter dem AudiophilOptimizer, den ich als einzige Software empfehlen kann. Leider wird Windows Server 2022 bis heute nicht unterstützt. Zudem war ich vom Support eher enttäuscht.
Wer sich zutraut, ein Windows Betriebssystem nach der Installation selbst zu optimieren, wird auf der Seite von Grigg Audio Solutions fündig. Wenn man den Hinweisen auf der Seite folgt, wird keine andere Software mehr benötigt. Die einzige Ausnahme ist die auf der Seite empfohlene Software Process Lasso, die ich ebenfalls einsetze.
Für die digitale Übertragung meiner Audiodaten setze ich heute das professionelle Dante-Netzwerk von Audinate ein.
Mittlerweile laufen drei Rechner in meiner Anlage:
- eine Musikverwaltungs- und Streaming Plattform auf Basis von Roon
- ein Rechner zur Faltung von Audiosignalen auf Basis des AcourateConvolver von AudioVero
- ein PC zur Messung und Verwaltung rund um meine Anlage
Sowohl Roon als auch der AcourateConvolver werden per Netzwerkzugriff aus dem internen Netz bedient. Hierfür verwende ich ein Android-Tablet von Samsung.
Außerdem gibt es noch zwei Raspberry Pis, die über mein internes Netzwerk mit dem Roon Server verbunden sind. Sie übertragen das Musiksignal an eine kleine Anlage, die an meinen Desktop-PC angeschlossen ist, sowie an meinen Kopfhörerverstärker.
BIOS Einstellungen
24.07.2026
Wie in der Einleitung beschrieben, sollten die Audio-PCs möglichst performant laufen. Dazu gehört neben einem entsprechenden Betriebssystem auch die Anpassung einiger Einstellungen im BIOS der Computer. Ich habe eine Vorliebe für Mainboards der Marke Asus sowie für CPUs von Intel. Deshalb bezieht sich die folgende Beschreibung auf das BIOS dieser Hersteller.
Die folgenden Einstellungen führe ich im BIOS meiner beiden Audio-Server (Roon und Convolver) durch. Das BIOS des Mess-PCs belasse ich hingegen auf den Standardwerten.
Extreme Memory Profile
XMP ist eine Funktion im BIOS, mit der sich der Arbeitsspeicher (RAM) mit nur einem Klick mit seiner vollen, beworbenen Geschwindigkeit betreiben lässt, statt mit den langsamen Standardwerten. Auf den RAM-Riegeln ist ein Profil mit den vom Hersteller getesteten, schnelleren Werten für Takt, Spannung und Timings gespeichert. Im Gegensatz zur oft vorhandenen XMP I Einstellung, die ein Profil von Asus vorgibt, übernimmt die XMP II Einstellung diese Werte.
Ai Overclock Tuner: XMP II
Intel (VMX) Virtualization Technology
Intel VMX ist eine Hardwarefunktion, die eine effiziente Virtualisierung ermöglicht, sodass mehrere Betriebssysteme gleichzeitig auf einer einzigen Intel-CPU ausgeführt werden können.
Intel (VMX) Virtualization Technology: disable
Hyper-Threading
Hyper-Threading ist eine Technologie von Intel, die es einem einzelnen physischen CPU-Kern ermöglicht, als zwei logische Kerne zu fungieren, wodurch die parallele Verarbeitung und die CPU-Effizienz verbessert werden.
Diesen Wert stelle ich differenziert ein. Auf dem Roon Server
Hyper-Threading: enable
und auf dem Convolver:
Hyper-Threading: disable
Intel SpeedStep
Intel SpeedStep ist eine in Intel-Prozessoren integrierte Energiespartechnologie, die die Taktrate und Spannung des Prozessors je nach Auslastung dynamisch anpasst. Dadurch kann der Prozessor bei geringerem Stromverbrauch arbeiten, ohne dass die Leistung beeinträchtigt wird.
Intel Speed Step: enable
Intel Speed Shift Technology
Die Intel Speed Shift Technology ist eine Funktion, mit der Prozessoren ihre Leistung und ihren Stromverbrauch entsprechend der aktuellen Auslastung anpassen können. Sie dient dazu, das Energiemanagement von Intel-Prozessoren – insbesondere in Laptops – zu optimieren, indem die Taktrate des Prozessors bei geringer Auslastung reduziert wird, was zu einer Verlängerung der Akkulaufzeit beiträgt. Die Technologie ist Teil der Intel SpeedStep-Familie, die verschiedene Verbesserungen zur Steigerung der Energieeffizienz und Leistung umfasst.
Intel Speed Shift Technology: disable
Turbo Mode
Der Turbo-Modus ist eine CPU-Funktion, die die Prozessorgeschwindigkeit vorübergehend über die Grundtaktfrequenz hinaus erhöht, um die Leistung bei anspruchsvollen Aufgaben zu steigern.
Turbo Mode: enable
CPU C-States
CPU-C-States sind Energiesparmodi, die es den Prozessorkernen ermöglichen, im Leerlauf in immer tiefere Ruhezustände zu wechseln, wodurch der Energieverbrauch gesenkt wird – allerdings auf Kosten einer längeren Latenzzeit beim Aufwachen.
CPU C-States: disable
VT-d
Intel VT-d ist eine Hardware-Virtualisierungstechnologie, die es virtuellen Maschinen ermöglicht, direkt auf physische E/A-Geräte zuzugreifen, wodurch Leistung, Sicherheit und Kompatibilität verbessert werden.
VT-d: disable
Intel Dynamic Tuning Technology
Die Intel Dynamic Tuning Technology ist ein Energie- und Wärmemanagementsystem, das bei Intel-basierten Geräten Leistung, Energieverbrauch und Temperatur dynamisch aufeinander abstimmt.
Intel Dynamic Tuning Technology: disable
Network Stack
Die Option „Network Stack“ im BIOS bezieht sich auf Netzwerkfunktionen, die das Booten eines Computers über ein Netzwerk ermöglichen, meist mittels PXE (Preboot Execution Environment). Diese Einstellung ist besonders relevant in Umgebungen, in denen mehrere Computer zentral über das Netzwerk installiert oder gewartet werden.
Network Stack: disable
Active State Power Management
Bei ASPM handelt es sich um eine Energiesparfunktion für PCIe-Geräte und Chipsatz-Verbindungen (wie DMI), die den Stromverbrauch im inaktiven Zustand senkt.
ASPM: disable
SVID Behavior
Diese Einstellung steuert das SVID-Verhalten (Serial Voltage Identification), also die Art und Weise, wie die CPU die benötigte Spannung beim Spannungsregler (VRM) des Mainboards anfordert. Dabei bestimmt sie vor allem den AC-Loadline-Wert, der Einfluss auf die unter Last anliegende Kernspannung (Vcore) hat.
CPU SVID Behavior: Typical Scenario
Viele Asus-Boards verwenden standardmäßig eher aggressive Spannungsprofile. „Typical Scenario“ führt häufig zu einem ruhigeren Spannungs- und Taktverhalten, ohne Leistung einzubüßen.
GNA Device
Das Intel Gauß-Mischungsmodell ist eine Komponente des Intel Neural Network Accelerator (GNA). Hierbei handelt es sich um einen Ki-Co-Prozessor innerhalb des eigentlichen Prozessor-Chip.
GNA Device: disable
CPU Cores
Es kann sinnvoll sein die E-Cores des Prozessors abzuschalten. Dadurch vermeidet man Thread-Migration auf die E-Cores. Ob das in jedem Fall einen Vorteil bringt, lässt sich allerdings nur durch Vergleichsmessungen feststellen (LatencyMon).
Onboard Device Configuration
Über diesen Menüpunkt sollten alle nicht benötigten Komponenten des Boards deaktiviert werden. Insbesondere natürlich die Audio Schnittstelle, das GNA Device (siehe oben), die serielle Schnittstelle und alle nicht benötigten USB-Ports.
Roon Server
22. Juli 2026
Roon ist eine leistungsstarke Software zur Musikverwaltung und zum Multiroom-Streaming, die speziell für anspruchsvolle Musikliebhaber entwickelt wurde. Ich besitze eine lebenslange Lizenz und setze diese Software seit 2016 ein. Im Laufe der Jahre bin ich zu einem glühenden Verfechter von Roon geworden – für mich gibt es auf dem Markt keine vergleichbare Software!
Hardware meines Roon Servers:
- Mainboard: Asus PRIME H610I-Plus CMS
- CPU: Intel Core i5-14500
- Speicher: 2x 16GB DDR5
- Netzwerkkarte: Asus XG-C100C
- M2 SSD: Samsung 970 EVO Plus 256GB
- Festplatte: WD Gold Datacenter 10GB
- Netzteil: be quiet! Pure Power 9 300W
- Gehäuse: Fractal Design Core 500
Als Betriebssystem setzte ich Windows Server 2022 [24 Core] im GUI Mode ein.
Die Netzwerkkarte des Asus Boards verbindet den Server mit meinem internen Netzwerk, die 10GB PCIe Netzwerkkarte sorgt für die Verbindung ins Dante Netzwerk. Beide Netzwerkkarten beziehen ihre IP-Adresse per DHCP.
Der Rechner steht in einem Nebenraum und braucht deshalb nicht passiv gekühlt werden. Ich setzte den von Intel zur CPU mitgelieferten Lüfter ein.
Nach der Installation des Betriebssystems führte ich bei diesem Rechner eine Optimierung gemäß den Vorgaben von Grigg Audio durch.
Verwendete Software:
- Roon Server
- Dante Virtual Soundcard (DVS)
- Process Lasso
- LatencyMon
Audio Convolver
22. Juli 2026
Der AcourateConvolver ist eine spezialisierte Windows-Software von AudioVero, die zur Echtzeit-Anwendung von digitalen Korrekturfiltern (FIR-Filtern) entwickelt wurde. Die Umstellung meines Systems auf die digitale Signalverarbeitung mit den zentralen Softwaremodulen Acourate und AcourateConvolver hat meine Anlage zu einer audiophilen Performance verholfen, die ich nie für möglich gehalten hätte.
Hardware des Convolver-PCs:
- Mainboard: Asus PRIME H610I-Plus D4 [CMS]
- CPU: Intel Core i7-13700K
- Lüfter: be quiet! Dark Rock TF2
- Speicher: 2x 8GB DDR4
- Netzwerkkarte: Asus XG-C100C
- M2 SSD: Samsung 970 EVO Plus 256GB
- Netzteil: be quiet! Pure Power 9 300W
- Gehäuse: Fractal Design Core 500
Solange genügend Prozessoren auf der CPU verfügbar sind, nutzt der Convolver für jeden Ausgang einen eigenen. Deshalb entschied ich mich bei meinem 7-Wege System für einen i7 mit acht Performance-Kernen.
Als Betriebssystem setzte ich Windows Server 2022 [24 Core] im GUI Mode ein.
Die Netzwerkkarte des Asus Boards verbindet den Server mit meinem internen Netzwerk, die 10GB PCIe Netzwerkkarte sorgt für die Verbindung ins Dante Netzwerk. Beide Netzwerkkarten beziehen ihre IP-Adresse per DHCP.
Der Rechner steht in einem Nebenraum und braucht deshalb nicht passiv gekühlt werden. Aufgrund der hohen Performance der CPU und der hohen benötigten Rechenleistung setze ich einen sehr leistungsfähigen Lüfter von be quiet! ein.
Nach der Installation des Betriebssystems führte ich bei diesem Rechner eine Optimierung gemäß den Vorgaben von Grigg Audio durch. Die Priorität des AcourateConvolvers ist bereits auf „High” eingestellt, hier muss also nichts mehr gemacht werden.
Verwendete Software:
- AcourateConvolver & ACRemote
- Dante Virtual Soundcard (DVS)
- Process Lasso
- LatencyMon
Mess-PC
22. Juli 2026
Diesen Rechner verwende ich für alle Dinge rund um mein Audio System, außer dem abspielen von Musik. Er ist mit einem Monitor, einer Tastatur und einer Maus ausgestattet.
Hardware des Mess-PCs:
- Mainboard: Asus PRIME B460I-Plus
- CPU: Intel Core i5-10600
- Speicher: 2x 8GB DDR4
- Netzwerkkarte: Intel I210 T1
- M2 SSD: Samsung 970 EVO Plus 256GB
- Netzteil: ST_NANO 160 / picoPSU-160-XT
- Gehäuse: Streacom ST-F8B Optical HPTC
Als Betriebssystem setze ich Windows 11 Pro ein.
Die Netzwerkkarte des Asus Boards verbindet den Rechner mit meinem internen Netzwerk, die PCIe Netzwerkkarte sorgt für die Verbindung ins Dante Netzwerk. Beide Netzwerkkarten beziehen ihre IP-Adresse per DHCP.
Der Rechner steht in meinem Hörraum und muss deshalb passiv gekühlt werden.
Verwendete Software:
- Acourate
- ARTA
- REW
- Roon Client
- Dante Controller
- Dante Virtual Soundcard (DVS)
- Lynx NControl
- Joplin
- Duplicati
Raspberry Pi 4B
22. Juli 2026
Ich verwende zwei Pi 4Bs mit 4 GB RAM on Board. Auf beiden kommt die Distribution RoPieee zum Einsatz. Dabei handelt es sich um eine speziell für die Verwendung mit Roon optimierte Version von Raspian Lite.
Ich habe einen Pi 4B als Roon-Device vor meinem Kopfhörerverstärker eingesetzt. Er empfängt das Musiksignal über mein internes Netzwerk und setzt es für meinen DAC auf USB um.
Der andere Pi 4B ist als Roon-Device mit einem Hifiberry Digi2 Pro vor meinem RME ADI-2 positioniert. Am Ausgang des DACs sind alte Audiokomponenten angeschlossen (Audiolabor VV2, Quad 405, JBL Control 1Xtreme). Sie dienen mir als kleine Musikanlage für meinen Desktop-PC.
Dante Netzwerk
23. Juli 2026
Ein Dante-Netzwerk (Digital Audio Network Through Ethernet) ist ein auf Standard-Ethernet-Technologie basierendes Audio-over-IP-System zur Übertragung digitaler Audiosignale in Echtzeit. Die von Audinate entwickelte Technologie ermöglicht die verlustfreie Übertragung mehrerer Audiokanäle mit geringer Latenz über eine bestehende IP-Netzwerkinfrastruktur. Neben Audiodaten können auch Synchronisationsinformationen sowie – je nach System – Steuerdaten innerhalb desselben Netzwerks übertragen werden.
Im Gegensatz zu klassischen Punkt-zu-Punkt-Verbindungen reduziert ein Dante-Netzwerk den Verkabelungsaufwand erheblich und bietet gleichzeitig eine hohe Flexibilität bei der Konfiguration und Erweiterung des Systems. Die Signalzuweisung erfolgt softwarebasiert über den Dante Controller, wodurch Änderungen an der Audiomatrix ohne physische Umverkabelung möglich sind.
Für einen zuverlässigen Betrieb setzt Dante auf standardisierte Netzwerkprotokolle wie IP, UDP und Precision Time Protocol (PTP) zur hochpräzisen Zeitsynchronisation aller Netzwerkgeräte. Die Verwendung von Gigabit-Ethernet-Switches und einer strukturierten Netzwerktopologie gewährleistet eine stabile, skalierbare und ausfallsichere Audioübertragung.
Dante-Netzwerke finden Anwendung in Bereichen wie Veranstaltungs- und Medientechnik, Rundfunk, Konferenzsystemen sowie Festinstallationen in Bildungseinrichtungen, Unternehmen und öffentlichen Gebäuden. Durch ihre hohe Interoperabilität mit Geräten verschiedener Hersteller haben sie sich als Industriestandard für professionelle Audio-over-IP-Lösungen etabliert.
Managed Switch
Damit ein Dante-Audionetzwerk zuverlässig funktioniert, sollte der verwendete Netzwerk-Switch folgende Anforderungen erfüllen:
- Gigabit-Ethernet (1 Gbit/s): Alle Ports sollten mindestens Gigabit-Geschwindigkeit unterstützen.
- Managed Switch: Der Switch sollte verwaltbar sein, um Netzwerkeinstellungen gezielt konfigurieren zu können.
- Quality of Service (QoS): QoS muss aktiviert sein, damit Dante-Audiopakete priorisiert übertragen werden.
- IGMP Snooping: Für Dante-Multicast-Streams sollte IGMP Snooping aktiviert werden, um unnötigen Netzwerkverkehr zu vermeiden.
- EEE (Energy Efficient Ethernet) deaktivieren: Energiesparfunktionen können Audioaussetzer verursachen und sollten abgeschaltet werden.
- VLAN (optional): Bei gemischten Netzwerken empfiehlt sich die Trennung des Dante-Netzwerks über VLANs.
- Vollduplex-Betrieb: Alle Dante-Ports müssen im Vollduplex-Modus mit automatischer Aushandlung (Auto-Negotiation) betrieben werden.
- Keine Paketfilter oder Bandbreitenbegrenzungen: Funktionen, die den Datenverkehr einschränken oder verändern, sollten deaktiviert sein.
Für kleine bis mittlere Dante-Netzwerke eignet sich ein Managed Gigabit-Switch mit QoS und IGMP Snooping. Für größere Installationen sollten zusätzlich redundante Stromversorgung, ausreichende Backplane-Kapazität und professionelle Management-Funktionen berücksichtigt werden.
Ich verwende einen Cisco SG250-08 Managed Switch, da ich in meinem kleinen Dante-Netzwerk nur wenige Ports benötige.
Beispiel zur Optimierung eines Switches für Dante
Solange der Switch ausschließlich für die Dante Audio Übertragung genutzt wird, alle Endgeräte Gigabit Ethernet unterstützen und keine allgemeine Datenkommunikation über den Switch geführt wird, können die folgenden Einstellungen vorgenommen werden. Die Angaben beziehen sich auf meinen Cisco SG250-08 Switch und sollten einfach auf andere Geräte des Herstellers übertragbar sein. Ich denke, dass es bei Geräten anderer Hersteller auch vergleichbare Einstellungen geben wird.
Energy Efficient Ethernet
Energy Efficient Ethernet (EEE), standardisiert als IEEE 802.3az, reduziert den Stromverbrauch von Netzwerkschnittstellen in Phasen geringer Aktivität durch einen sparsamen Ruhezustand (Low Power Idle), wobei Sender bei Bedarf blitzschnell wieder reaktiviert werden. EEE kann kurze Unterbrechungen verursachen und ist für Echtzeit-Audio nicht geeignet. Aus diesem Grund sollte es deaktiviert werden.
Port Management -> Green Ethernet
Hier sollten alle Energiesparfunktionen ausgeschaltet werden.
- Green Ethernet: disable
- Short Reach: disable
- Energy Detect: disable
- EEE: disablbe
Portgeschwindigkeit
Ein Port darf nicht manuell fest auf 100 Mbit/s eingestellt sein. Alle Dante Ports (bei mir also alle 8 Ports) müssen folgende Einstellung erhalten:
Port Management -> Port Settings
- Auto Negotiation: enable
- Admin Speed: auto
- Duplex: auto
Damit wird der Port sicher auf 1Gbit/s im Full Duplex Betrieb geschaltet.
Quality of Services (QoS)
Quality of Service (QoS) beschreibt in der Netzwerktechnik die gezielte Steuerung und Priorisierung von Datenverkehr, um die Leistung wichtiger Echtzeitanwendungen (wie VoIP, Videokonferenzen oder Streaming) bei begrenzter Bandbreite sicherzustellen. Die Standardwarteschlangen des SG250 sind für Dante ausreichend. Eine manuelle Anpassung der Queues ist in einem reinen Dante-Netzwerk normalerweise nicht erforderlich.
Quality of Service -> General
- QoS: emable
- Trust Mode: DSCP
Es gibt von Audinate eine Präsentation in der eine manuelle Anpassung der Queues am Beispiel eines Cisco Switches gezeigt wird.

IGMP Snooping
IGMP Snooping ist eine Netzwerkfunktion für Layer-2-Switches, die das unkontrollierte Fluten von Multicast-Datenverkehr in einem lokalen Netzwerk (LAN) verhindert.
Multicast -> IPv$ Multicast Configuration -> IGMP Snooping
- IGMP Snooping: enable
- VLAN1:
- IGMP Snooping: enable
- Auto Learn Router Ports: enable
- Immediate Leave: enable
IGMP Querier
Diese Funktion sollte nur aktiviert werden, wenn kein Router oder Layer-3-Switch vorhanden ist. Die Empfehlung für ein reines Dante-Netzwerk lautet:
Multicast -> IPv4 Multicast -> IGMP Querier
- IGMP Querier: enable
- VLAN: 1
- Querier Address: 192.168.1.254
Die IP Adresse ist ein Beispiel und sollte der Adresse des Switches entsprechen.
VLAN
Ein Virtual Local Area Network (VLAN) ist ein logisches Teilnetzwerk innerhalb eines physischen Netzwerks. Da ausschließlich Dante verwendet wird:
Multicast -> IPv4 Multicast -> IGMP Querier
Es wird nur VLAN 1 verwendet, zusätzliche VLANs sind nicht erforderlich.
Jumbo Frames
Jumbo Frames sind Ethernet-Datenpakete, die größer sind als die Standardgröße von 1.518 Byte.
Port Management -> Jumbo Frames
- Jumbo Frames: disable
Spanning Tree
Das Spanning Tree Protocol (STP) ist ein Netzwerkprotokoll auf Layer 2, das in Computernetzwerken Schleifen (Loops) bei redundanter Verkabelung verhindert.
Spanning Tree -> STP Status
- STP: enable
Alternativ kann STP in kleinen, einfachen Netzwerken deaktiviert werden. Aktiviert bietet es jedoch Schutz vor versehentlichen Netzwerkschleifen. Falls später versehentlich zwei Switches doppelt verbunden werden, schützt STP das Netzwerk vor einem Totalausfall.
Betrieb meines Dante Netzwerkes
Ich betreibe mein Dante-Netzwerk mit 96kHz / 24Bit. Diese Einstellung hat sich für mein Equipment als optimal herausgestellt. Als Taktmaster verwende ich meinen Studio-Wandler Lynx Aurora(n), der mit einer Dante-Schnittstellenkarte ausgerüstet ist. Die Besonderheit eines Dante-Netzwerks besteht darin, dass sowohl der Taktmaster als auch der Takt über die Dante Controller Software vorgegeben werden. Im Gegensatz zu anderen Lösungen wird der Takt nicht an das Quellensignal angepasst. Alle Audiosignale müssen also auf den Takt des Dante-Netzwerks umgerechnet werden.
Alle Teilnehmer des Dante-Netzwerks sind an meinem Cisco Switch angeschlossen. Das Routing der Audiodaten wird über die Software Dante Controller, die auf meinem Mess-PC läuft, eingestellt.
